Nikolaikirche

Kommt das Pflaster ab?

Das Pflaster um die Nikolaikirche hätte eigentlich ersetzt werden sollen, um die Sicherheit beim Begehen zu erhöhen. Dabei stößt die Stadt aber auf denkmalschutzrechtliche Probleme.
Die Nikolaikirche ist die älteste und größte Kirche in Leipzig.
Die Nikolaikirche ist die älteste und größte Kirche in Leipzig.

Der Nikolaikirchhof besitzt für die Friedliche Revolution 1989 eine besondere Bedeutung. Vor 31 Jahren fanden in der Kirche und auf dem Platz die Montagsdemonstrationen und Friedensgebete statt. Die Friedliche Revolution trug letztendlich erfolgreich zum Mauerfall bei und führte schließlich zur Wiedervereinigung Deutschlands. Daher stehen die Kirche und der Platz seit 2016 unter Denkmalschutz. Dieses Jahr hieß es dann, dass die Pflastersteine um die Nikolaikirche ersetzt werden sollen.

Der Plan

Ende Mai beauftragte die Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau das Amt für Verkehrs- und Tiefbauamt für ein öffentliches Probelaufen. Die Stadt Leipzig hatte vor das Straßenpflaster vor der Nikolaikirche komplett autauschen zu lassen. Grund dafür sei, dass teilweise Steine schadhaft und bei Nässe spiegelglatt sind. Diesen Gefahrenquellen wolle man entgegenwirken.

Das Problem

Allerdings steht der Nikolaikirchhof seit September 2016 unter Denkmalschutz. Der Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipzig Olaf Doehler lehnt einen kompletten Austausch ab. Er wünsche sich eine Planung, die das historische Pflaster berücksichtige.

Es ist ja so, dass auch bei der Nikolaisäule, bei dem Brunnen und bei dem leuchtenden Pflasterstein damals auch schon das historische Pflaster als außerordentlich wertvoll charakterisiert wurde. (...) Wir sind also auf diese Planung gespannt. Wir wünschen uns eine gute Lösung, die vor allem auch die Sicherheitsaspekte berücksichtigt.

Olaf Doehler, Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipziger

Alternativen

Um dennoch für mehr Sicherheit auf dem Nikolaikirchplatz zu sorgen, könne man nach Doehler einerseits die Oberfläche von glatten Steinen behandeln lassen. So würden die Steine im Pflaster vorhanden bleiben. Oder, da ein Großteil der Pflastersteine noch gut erhalten ist, könne man andererseits glatte Steine durch einen neue Steine ergänzen. Die Baubürgermeisterin müsse nun eine dementsprechende Planung beauftragen. Das Projekt müsse erst mal fachlich geprüft und geplant werden. Wann also mit den Arbeiten begonnen werden kann, ist daher noch unklar.

Den Beitrag finden Sie hier zum Nachhören:

Ein Beitrag von Louisa Grübler
Straßenpflaster
 

Kommentieren

Daniel Griffioen
17.12.2018 - 17:06
  Kultur