Lokalpolitik

Kommentar: Wird er es bereuen?

Vom Oberbürgermeister zum Sparkassenvorstand. Diese Wandlung möchte Burkhard Jung hinlegen und stellt sich 2019 zur Wahl zum Präsidenten des Ostdeutschen Sprakassenverbundes. Seine Kandidatur steht jedoch unter Kritik. Ein Kommentar.
Burkhard Jung
Burkhard Jung - wird er seine Entscheidung bereuen?
mephisto 97.6 Redakteur Thomas Tasler kommentiert Jungs Kandidatur.
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Ui, Ui, Ui, wenn er diese Entscheidung mal nicht bereuen wird. Da kommt der Schreck des Wiener Opernballs einmal nach Leipzig und Burkhard Jung ist nicht dabei. Während Richard „Mörtel“ Lugner gestern Nachmittag die Rennsaison im Scheibenholz eröffnete, hat sich Leipzigs Stadtoberhaupt ins Private zurückgezogen. Eigenen Angaben zufolge, um sich mit seiner Frau und engen Freunden zu beraten, ob er für das Amt des Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes kandidieren soll.

Die über eine Woche lang unbeantwortete Frage, ob Jung sich bewerben wird, ist nun also beantwortet. Doch so wirklich glücklich ist mit seiner Entscheidung offensichtlich niemand. Die einen trauern, die anderen kritisieren, nur der AfD scheint es egal, wo es Jung einmal hin verschlägt. Dabei sollten die Leipziger eigentlich froh sein, dass Jung sich nun FÜR eine Kandidatur entschieden hat. Denn seien wir mal ehrlich, er hat zwar viel für die Stadt getan, doch zuletzt war bei ihm die Luft schon raus.

Leipzig wächst mit Jung

Mal abgesehen von großspurigen Ankündigungen wie einem zweiten Citytunnel, hängt der Oberbürgermeister mit der Lösung drängender Probleme hinterher. Sei es das neue Nahverkehrskonzept, dass seit geraumer Zeit im Stadtrat vor sich hindümpelt oder die Umsetzung wirksamer Instrumente, dem starken Anstieg der Mietpreise entgegenzuwirken. Keine Frage, der Oberbürgermeister hat viel für das Wachstum der Stadt getan. Doch es ist offensichtlicher denn je, dass er den Folgen dieses Wachstums nicht mehr Herr wird. Und das ist für die Stadt ein – wachsendes Problem.

Seitensprünge unerwünscht

Jung hat zwar angekündigt, im Falle einer Niederlage um den Poker des Sparkassen-Chefposten weiterhin als Oberbürgermeister in Leipzig bleiben zu wollen. Doch die Reaktionen der Stadtratsfraktionen haben gezeigt, auf ihn wartet in Leipzig niemand. Noch Anfang März zu seinem 60. Geburtstag konnte er sich eine erneute Kandidatur zur Leipziger OBM-Wahl vorstellen. Nun plötzlich liebäugelt er mit dem um einiges besser bezahlten Sparkassenjob. Wer seine Meinung so schnell ändert, der ist als Stadtoberhaupt vielleicht die falsche Personalie. Völlig egal, wie sich der Ostdeutsche Sparkassenverband im Oktober entscheiden wird – für oder gegen Burkhard Jung – Leipzig sollte den Amtsinhaber möglichst schnell abschreiben und sich auf die Suche nach einem neuen Oberbürgermeister machen.

 

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