Frisch gepresst: Superorganism

Kollektive Intelligenz

Erst letztes Jahr haben sich "Superorganism" gegründet, jetzt steht schon das Debütalbum in den Plattenläden. Darauf gibt's blinkenden Indie-Pop und jede Menge Internet.
Superorganism
Die achtköpfige Band Superorgansim hat am 2. März ihr Debütalbum veröffentlicht.

Superorganismus, der: ein lebendiger Zusammenschluss vieler eigenständiger Individuen derselben Organismenart. So lässt sich der Begriff im Lexikon finden. Ameisen bevorzugen diese Form des Zusammenlebens, genauso wie Zwergmangusten, Nacktmulle und scheinbar auch die acht Musiker*innen von Superorganism.

Die Band mit Mitgliedern aus England, Japan, Sükorea, Australien und Neuseeland lebt in einem Haus in London. Darin haben sie auch an ihrem Debütalbum „Superorganism“ gebastelt, welches jetzt für ordentlich Aufsehen in Indie-Kreisen sorgt. 

Ein vibranter Ameisenhaufen

Album- und Bandname sind nicht nur dank der beachtlichen Größe von Superorganism naheliegend, das Debüt klingt auch wie ein Ameisenhaufen, den man mit einem Stock angestubst hat. Song für Song wuseln und wirbeln elektronische Sounds vor sich hin. Synthies wabern und wobbeln („Everybody Wants To Be Famous“), der Autotune verzerrt wohl überlegt die weiche Stimme von Sängerin Orono Noguchi („Reflections On The Screen“) und der Bass hoppelt („Something For Your M.I.N.D“). Abgerundet wird die bunt gesprenkelte Soundlandschaft durch breite E-Gitarren, Vogelgezwitscher oder Roboterstimmen.

Unkonventionell, aber nicht verschlossen

Spannend an „Superorganism“ ist, dass das Album Dinge schafft, die im ersten Moment kaum möglich scheinen. Insgesamt klingt der Sound der Band oft wie eine alte Spielekonsole, deren Batterien langsam den Saft verlieren. In der Theorie eines der furchtbarsten Geräusche, die das menschliche Ohr erreichen können. Superorganism gelingt es aber, selbst sonst nervtötende Features als geschickte Details in ihre Songs einzuweben. Auch ihre häufigen Tempowechsel wirken weder unnötig noch anstrengend. Der Sound bleibt eingängig und unkonventionell. 

Das ist bei der Zusammensetzung der Band aber auch nicht weiter verwunderlich: Acht kreative Köpfe treffen aufeinander und holen aus dem gemeinsamen Projekt das Bestmögliche raus: Superorganism ist die höchste Form der kollektiven Intelligenz.

  

 

 

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Ariane Seidl
06.03.2018 - 13:15
  Kultur

Superorganism: Superorganism

Tracklist:

*Anspieltipps

1. It's All Good*
​2. Everybody Wants To be Famous
3. Nobody Cares
​4. Reflections On The Screen
5. SPRORGNSM
6. Something For Your M.I.N.D.
7. Nai's March
​8. The Prawn Song*
9. Relax
​10. Night Time

Erscheinungsdatum: 02.03.2018
Domino

Escape The Internet

Ähnlich schillernd wie ihre Musik ist auch die Website von Superorganism. Ein besonderes Gadget: Unter escapetheinter.net kann man sich die Zeit mit einem Spiel vertreiben. Dabei steuert man einen Wal durch eine surreale Fantasiewelt, wird von Spinnen und Oktopussen angegriffen und spuckt Bananen zur Verteidigung. Internet in a nutshell!