Filmkritik: The Strangers: Opfernacht

Klopf, Klopf

Ein verlassener Trailerpark, finstere Nacht, eine ahnungslose Familie und drei Killer mit gruseligen Masken. "The Strangers: Opfernacht" beschwört den Geist der 80er herauf und versucht, in die Fußstapfen seines beklemmenden Vorgängers zu treten.
Szene aus "The Strangers: Opfernacht"
Kein Entkommen vor den Maskierten

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Liv Tyler und Scott Speedman in The Strangers nachts in ihrem Haus überfallen wurden. In der Fortsetzung geht es nun einer ganzen Familie an den Kragen. Die will ihren Urlaub in einem abgelegenen Trailerpark verbringen, doch dort warten bereits die aus Teil 1 bekannten Killer mit ihrem gruseligen Masken und eröffnen die Jagd. Eine klassische Fortsetzung ist The Strangers: Opfernacht nicht. Vielmehr handelt es sich um eine wenig originelle Neuerzählung des altbekannten Stoffes. Dabei scheint Johannes Roberts (47 Meters Down) vor allem den Teil des Publikums abholen zu wollen, dem der Vorgängerfilm zu langweilig war. The Strangers spielte noch fast ausschließlich in einem Haus, setzte vor allem auf das beklemmende Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, und entlud sich in einer verstörenden Schlusspointe. Opfernacht hingegen verlagert das Geschehen nach draußen auf die Straße.

Kinoredakteur Janick Nolting im Gespräch mit Moderator David Seeberg über "The Strangers - Opfernacht"
Kinoredakteur Janick Nolting im Gespräch mit Moderator David Seeberg über "The Strangers - Opfernacht"

Mehr ist weniger

Von subtilem Grusel ist hier nur noch selten etwas zu spüren. Stattdessen gibt es in Opfernacht laute Schreckmomente, viel Action und jede Menge Gewalt. Das ist insgesamt erstaunlich kurzweilig und spannend ausgefallen, das Drehbuch dahinter versagt jedoch. Hier sollte beispielsweise niemand hinterfragen, warum die Opfer sich gleich mehrere Chancen entgehen lassen, die Maskierten zu überwältigen. Und wenn dann unter den verzweifelten Opfern der Plan beschlossen wird, sich doch lieber aufzuteilen, ist das eher unfreiwillig komisch als mitreißend. Solche ärgerlichen Klischees sollten im Jahr 2018 eigentlich keinen Platz mehr im Horrorgenre finden.

Unterhaltsam ist dafür die 80er Jahre - Stimmung, die der Film heraufbeschwört, inklusive zahlreicher Anspielungen auf die Größen des Genres wie Texas Chainsaw Massacre oder Carpenters Halloween. Erstaunlich, wie intensiv eine brutale Kampfszene in einem Swimmingpool sein kann, während im Hintergrund Bonnie Tyler singt...

Fazit

The Strangers: Opfernacht ist solide Horrorkost für zwischendurch. Wer jedoch am Vorgängerfilm gerade dessen subtilen Schrecken schätzt, wird von dieser Fortsetzung möglicherweise enttäuscht sein.

 

Kommentieren

The Strangers: Opfernacht

Kinostart: 21.6.2018

FSK 16

Laufzeit: 85 Minuten

Regie: Johannes Roberts

Cast: Christina Hendricks, Bailee Madison, Martin Henderson, Lewis Pullman und andere

Der Film erscheint am 26. Oktober 2018 auf DVD und Blu Ray.