Protest

Klimacamp in Pödelwitz

Pödelwitz bei Leipzig. Das Dorf ist schon oft in den Schlagzeilen gelandet, da es dem Tagebau weichen soll. Doch bei weitem nicht jeder akzeptziert den Ausbau des Tagebaus in Pödelwitz. Die Neuste könnte nun auch zu einer der größten werden.
Symbolbild Braunkohle
Symbolbild Braunkohle

Musik, Zelte, Sonnenschein und junge Leute. Was nach einem typischen Festival oder einem Ferienlager klingt, soll eine Protestaktion werden. Im sächsischen Tagebau vereinigtes Schleenhain rufen Aktivisten und Aktivistinnen Ende Juni zum 1. Klimacamp in Pödelwitz auf. Die Umweltschützenden wollen eine Woche lang auf die Lage in dem Ort aufmerksam machen.

Letztendlich organisieren wir das Klimacamp, weil wir uns für die globale Klimagerechtigkeit einsetzen und da ist eben Pödelwitz, letztendlich ein guter Kristallationspunkt. Der Kampf für Klimagerechtigkeit beginnt hier, wir wollen nicht das dieses Dorf abgebaggert wird.

Josephine Lauterbach, Organisatorin des Klimacamp Leipziger Land 2018

Die Organisatoren und Organisatorinnen bieten neben einer Küche für alle, auch Workshops und Podiumsdiskussionen an. Außerdem soll es einen Aktionstag geben. Lauterbach möchte einen friedlichen Ablauf des Protestes und lädt deshalb auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der MIBRAG zu Diskussionen im Lager ein. Um gemeinsam über die Zukunft in und um Pödelwitz zu diskutieren.

Heinz Junge, Geschäftsführer Personal/Arbeitsdirektor der MIBRAG Personal steht positiv zu der geplanten Protestaktion. Er meint, es sei das Recht eines jeden innerhalb gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zu Demonstrieren und sich über den Braunkohleabbau auszutauschen.  Junge stellt aber auch klar, dass dafür die Proteste friedlich ablaufen müssen.

Die Klimacamps die im Köln-Adlerrevier und im Lausitzer-Revier stattgefunden haben am Ende immer von bestimmten Gruppen, [...] zu gewalttätigen Aktionen geführt. Die Sorge haben wir natürlich, vor allem da in den vergangenen Tagen im Netz Aufrufe sind für einen Boykott der Produktionsinfrastruktur der MIBRAG.

Heinz Junge

Laut Junge habe die MIBRAG einen Aufruf auf gewaltfreie Aktionen gestartet. Unterzeichnet hätten die Protestierenden aber bisher noch nicht. Um Konflikte zu vermeiden möchte die MIBRAG zum Beispiel ein Aufeinandertreffen Ihrer Mitarbeitenden mit den Protestierenden vermeiden.

Nicht alle Protestierenden wollen jedoch so friedlich bleiben wie die Organisatoren des Camps. Die Initiative „Kohle ersetzen!“ ruft im selben Zeitraum zu einer Sitzblockade auf. So heißt es Zitat: „Vom 3.bis 5. August werden wir den Betrieb der Braunkohleinfrastruktur stören“

Uwe Voigt Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig sieht die Gesamtsituation gelassen:

Jetzt liegt es daran, dass Diejenigen die den Protest angemeldet haben, sich mit dem zuständigen Amt in Verbindung setzen und absprechen welche Auflagen durchgesetzt werden, damit alles ordentlich angemeldet ist.

Denn die Polizei Leipzig habe sich schon länger mit der MIBRAG und dem Bürgermeister von Pödelwitz zusammengesetzt und geplant. Laut Voigt soll die Polizei dauerhaft als Ansprechpartner vertreten sein. Ob sie allerdings in großer Zahl mitcampen, stehe bisher nicht fest.

Zu dem Klimacamp Leipziger Land 2018 werden um die 1000 Teilnehmenden erwartet. Die Proteste sollen vom 21. Juli bis zum 5. August andauern.

 

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von Philip Fiedler
Pödelwitz

 

 

Kommentieren

Philip Fiedler
16.07.2018 - 19:01