Sozialwohnungen in Leipzig

Kein Ausweg aus der Wohnungslosigkeit

In Leipzig wird der Wohnungsmarkt nicht nur für neue Studierende ein immer schwierigeres Pflaster. Vor allem Wohnungslose haben kaum Chancen auf ein eigenes Dach über dem Kopf. Die Arbeitsgemeinschaft "Recht auf Wohnen" will das ändern.
Mann auf Parkbank
Öffentliche Plätze sind oft die bequemste Aufenthaltsmöglichkeit für Wohnungslose.

Trotz ihres Rufes hat Obdachlosigkeit oft nichts mit fehlender Arbeitsmotivation zu tun, erklärt Benny B. am Leipziger Bahnhof. Er lebt seit einem Jahr auf der Straße. Ihm ist es durch Mietschulden nicht möglich, eine eigene Wohnung zu bekommen.

Die Leute gucken einen an und sagen: Selber dran Schuld, geh arbeiten -  aber ohne Wohnung keine Arbeit.

Benny B., Betroffener

Innerhalb von zehn Jahren sind die Sozialwohnungen von etwa 20 000 auf nur 300 Wohnungen zurückgegangen. Die AG "Recht auf Wohnen", will sich diesem Problem annehmen. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus Mitgliedern der Linken und dem Bündnis 90/Die Grünen. AG Mitglied Siegfried Schlägel macht unter anderem das Bevölkerungswachstum als Ursache für die schlechte Wohnungslage verantwortlich. Nicht nur Menschen aus der Region, sondern auch aus anderen Städten und Ländern ziehen nach Leipzig. Das bedeutet, dass auch diese die Hilfsangebote der Stadt annehmen wollen. Siegried Schlägel bedauert, dass trotz Bevölkerungszuwachs immer weniger Sozialwohnungen gebaut werden. Der Wohnungsmangel könnte auch zur Entstehung von sozialen Problemquartieren führen.

Lösungsvorschläge der AG "Recht auf Wohnen"

Die Mitglieder der AG "Recht auf Wohnen" haben aber einige Ideen parat. Sie fordern, dass sich auch die umliegenden Kommunen sich dem Problem annehmen und mehrere Wohnungen zur Verfügung stellen. Auch eine vermehrte soziale Nutzung von Wohnungen soll bei dem Leipziger Wohnungsbau oder privaten Vermietern gefordert werden. Neben der Sanierung von Altbauten sollte auch Präventionsmaßnahmen gegen Wohnungslosigkeit und eine bessere gesundheitliche Betreuung ermöglicht werden.

In Leipzig gibt es bereits das „Projekt Funke“, eine Kooperation zwischen der LWB, der Suchtberatungsstelle Blaues Kreuz und der Diakonie. Dort wird suchkranken Menschen ein betreutes Wohnen angeboten, um sie wieder in einen normalen Alltag einzugliedern.

Weitere Informationen aus der Sendung:

Redakteurin Ella Kreße zum Thema Wohnungslose in Leipzig.
1810 Wohnungslose in Le

 

 

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