Aktion gegen Alkoholmissbrauch

Kein Alkohol unterwegs

Am Donnerstagmittag wurde zwischen der Mensa am Park und der Moritzbastei nicht nur stabile Seitenlage geübt. Auch ein Parcourslauf will gekonnt sein – vor allem nach ein paar Gläschen zu viel.
Aktionsstand "Kein Alkohol unterwegs"
Der Rauschbrillenparcours und die Infostände vor der Moritzbastei

Ein Bierchen hier, ein Schnäpschen da. Alles gar nicht so schlimm könnte man meinen. Die Aktion "Kein Alkohol unterwegs" zeigte am Donnerstagnachmittag aber, dass dem nicht unbedingt so sein muss. An mehreren Infoständen konnte man sich über die Gefahren des Alkoholkonsums informieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol? - Weniger ist besser" statt. Diese läuft noch bis zum 21. Mai und wird in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal aufgelegt. Bei der diesjährigen Ausgabe liegt der Fokus auf dem Thema Alkohol am Steuer. Angesichts von jährlich 17.000 alkoholbedingten Verletzten und rund 250 Unfalltoten müsse man nach Auffassung von Sylke Lein, Suchtbeauftragte der Stadt Leipzig, die Menschen unbedingt für die Gefahren sensibilisieren. Der Umgang mit Alkohol solle verantwortungsbewusster werden und bei der Teilnahme am Straßenverkehr müsse man abstinent bleiben.

Mitmachaktionen für Passanten

Neben den Infoständen luden die Veranstalter die Besucher aber auch ein, selbst aktiv zu werden. Interessierte konnten unter anderem auf einer Slackline balancieren oder einen Rauschbrillenparcours durchlaufen. Bei dem Parcours wurde den Besuchern eine Brille mit milchigen Gläsern aufgesetzt, um die verschwommene Sicht unter Alkoholeinfluss zu simulieren. Mit dieser musste dann eine kurvige Strecke mit mehreren kleinen Plastikhütchen, Flaschen und Dosen als Hindernisse absolviert werden. Auch das Öffnen eines Fahrradschlosses unter Alkoholeinfluss konnte mithilfe dieser Brille simuliert werden. Ferner boten die Verantwortlichen den Passanten Übungen zur stabilen Seitenlage und eine sogenannte Bottle-Flip-Challenge an, bei der versucht wird, eine Flasche so rotieren zu lassen, dass sie eine Drehung nach hinten vollführt und nach dieser Drehung auf dem Flaschenboden landet

Projekt Drahtseil

Neben der Stadt Leipzig gehört auch das Projekt Drahtseil der Diakonie Leipzig zu den Veranstaltern der Aktion. Seit 1993 leisten die Mitarbeiter des Projekts Präventionsarbeit bei Drogen- und Mediensucht sowie Gewalt. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu beraten und ihnen einen kritischen Umgang mit Risikosituationen zu vermitteln. Das Angebot reicht von Selbsthilfe über Workshops bis hin zu Schulveranstaltungen. 

Meinung der Polizei

Die Polizei Leipzig steht voll und ganz hinter dem Projekt. Laut Pressesprecher Uwe Voigt treffen seine Beamten immer wieder auf Kraftfahrer unter Alkoholeinfluss. Er hält daher jede Veranstaltung zu dem Thema für sinnvoll, da dort auch konkrete Situationen dargestellt würden und die Beroffenene auch zum Nachdenken anregen. Ferner werde diskutiert, wie jeder Einzelne in Zukunft selbst dazu beitragen könne, Unfälle zu verhindern:

Das heißt: Nicht wegschauen bei Feierlichkeiten in der Familie oder anderswo. Wenn man sieht, dass Alkohol zu sich genommen wird und dann feststellt, dass einer zum Auto läuft [...] und wegfahren will [...] das heißt dort hinzugehen, [...] den Kraftfahrer aufzuhalten und zu sagen 'Schluss mein Freund.'

Uwe Voigt, Pressesprecher Polizeidirektion Leipzig

Die Zahl der Unfälle aufgrund von Alkohol am Steuer sei zwar gesunken und man sei dadurch auf einem guten Weg. Nichtsdestotrotz müsse man mehr solcher Aktionen planen, Plakate aufhängen, Werbespots produzieren und die Anzahl an Kontrollen erhöhen.

mephisto 97.6-Redakteur Linus-Benedikt Zosel hat den Aktionsstand besucht und mit der Polizei gesprochen:

Ein Beitrag von Linus-Benedikt Zosel.
1805 Alkoholaktion
 

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