Mehrwegbecher-Recycling-System

Kaffee to go geht auch nachhaltig!

Heute schon einen Kaffee aus dem Pappbecher gehabt? Stündlich werden in Deutschland davon 320.000 verzehrt und bilden eine jährliche Summe von fast drei Milliarden Einwegbechern. Die Stadt Leipzig will diese Zahl nun reduzieren.
Mehrwegbecher des Unternehmens RECUP
Mehrwegbecher des Unternehmens RECUP

Nahezu jedes Café in Deutschland bietet Einwegbecher an. Ist ja auch super praktisch unter Zeitdruck den Kaffee auch to go trinken zu können. Die unschöne Seite an dieser Sache ist allerdings das, was von den Kaffeebechern übrig bleibt. Nämlich Müll. In Zahlen sind das 40.000 t Müll und 11.000 t CO2, die bei der Verwertung ausgestoßen werden. Um das zu ändern, unterstützt die Stadt Leipzig nun "Recycling2go" - ein Projekt des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Zusammenarbeit mit dem Münchner Start-up RECUP.

Wie die Kampagne funktioniert, erklärte uns Leiter Sebastian Gerstenhöfer im Interview:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Felicia Lange
 

Problem Einwegbecher

Die Relevanz, dieses Projekt zu unterstützen, sieht die Stadt Leipzig in den Einwegbechern, die nach dem Verzehr in öffentlichen Mülleimern landen und diese randvoll füllen. Auch bei täglicher Leerung sorgen Pappbecher in öffentlichen Mülleimern für Probleme. To-go-Becher gehören eigentlich in die gelbe Tonne, landen allerdings durch die Entsorgung in öffentlichen Mülleimern im Restmüll.

Das hat zur Folge, dass die Einwegbecher nicht recycelt, sondern lediglich verbrannt werden können.

Thomas Kretschmar, Betriebsleitung der Stadtreinigung Leipzig

Um der hohen CO2-Bilanz und den überfüllten Mülleimern entgegenzuwirken, startet in Leipzig heute die Kampagne "Recycling2go" und will bis Januar 2019 zahlreiche Cafés, Kiosks und weitere Gastronomieunternehmen für das Mehrwegbecher-Pfandsystem begeistern.

Wie funktioniert‘s?

  1. Cafés verkaufen ihren Kaffee in RECUP-Bechern.
  2. RECUP-Becher wird mit 1 € Becherpfand verkauft.
  3. Kunden können RECUP-Becher bei allen teilnehmenden Cafés abgeben.
  4. Cafés reinigen Becher (mind. 500 x).
  5. RECUP-Becher werden nach zahlreicher Reinigung recycelt.

Eine Gastronomie entscheidet sich aus Gründen der Nachhaltigkeit ihren Kaffee in RECUP-Bechern auszuschenken. Auf den Kaffeepreis wird 1 € Becherpfand erhoben, den die Kunden in allen teilnehmenden Cafés wieder abgeben können und den Pfand ausgezahlt bekommen. Die Cafés können den Mehrwegbecher nun mind. 500 Mal reinigen und wiederverwenden. Geht der RECUP-Becher kaputt oder ist dieser nicht mehr verwendbar, wird der Becher recycelt. Teilnehmende Cafés zahlen pro Tag 1 € Systemgebühr.

Situation in Leipzig

Deutschlandweit nehmen bisher 1.555 (Stand 10.10.18) Gastronomien an dem Mehrwegbecher-Pfandsystem teil. Auch Leipzig zählt bis dato drei Cafés, die ihre Kaffees mit RECUP-Bechern ausgeben. Diese sind dean&david Leipzig, Café Süßwärts und das Café achtgramm.coffee. Auch die Stadt Leipzig will bei zukünftigen städtischen Veranstaltungen RECUP-Becher verwenden und weiterhin dafür werben, um schon bald den entstehenden Müll und den CO2-Ausstoß durch Einwegbecher herunterzuschrauben.

 

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Weitere Informationen zum Projekt "Recycling2go" findet ihr hier