Lokalpolitik

Jung kandidiert als Sparkassenpräsident

Vor einigen Wochen wurde Oberbürgermeister Burkhard Jung als neuer Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes vorgeschlagen. Nun ist es offiziell: im Oktober lässt er sich zur Wahl aufstellen.
Burkhard Jung kandidiert auf das Amt des Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes.
Burkhard Jung kandidiert auf das Amt des Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Bis Juni 2019 übernimmt Dr. Michael Emrich das Amt des Sparkassenchefs – doch dann könnte Burkhard Jung sein Nachfolger werden. Im Oktober diesen Jahres findet die Verbandsversammlung des ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes statt. Dort wird Jung öffentlich auf des Amt des Präsidenten kandidieren.

SPD bedauert Entscheidung

Heute äußerte Burkhard Jung schriftlich zur Kandidatur. Er empfinde es als Wertschätzung und würde sich wünschen, das Amt als Präsident des Sparkassenverbandes im Juli 2019 zu übernehmen. Die Reaktionen im Leipziger Stadtrat sind unterschiedlich. Christopher Zenker ist Vorsitzender der SPD-Fraktion. Er bedauert die Kandidatur.

Es wäre ein Verlust für Leipzig. Leipzig hat sich in den letzten Jahren sehr, sehr gut entwickelt, sowohl wirtschaftlich als auch finanziell international gut aufgestellt. Das ist ein großer Erfolg auch von ihm und von daher bedauere ich die Entscheidung.

Christopher Zenker, Vorsitzender der SPD-Fraktion

Laut Zenker ist es sehr wahrscheinlich, dass Jung das Amt des Oberbürgermeisters dann vorzeitig abgeben wird. Die Wahlen zum Oberbürgermeister stehen eigentlich erst 2020 an.

Neustart für die Stadt

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen übt Kritik an Oberbürgermeister Jung – und zwar vor allem an der Art und Weise der Bekanntmachung. Norman Volger ist der Fraktionsvorsitzende. So sei die Entscheidung Jungs keineswegs spontan gewesen, sondern langfristig geplant. Die Fraktionen nicht früher darüber zu informieren, sei nicht richtig gewesen, so Volger. Für die Stadt Leipzig sei die Kandidatur allerdings positiv:

Generell können wir der Entscheidung auch etwas sehr positives abgewinnen. Es ist so, dass er in den letzten Jahren schon etwas müde wirkte, genauso wie die SPD Fraktion.

Norman Volger, Fraktionsvorsitzender der Bündnis 90/Die Grünen

Von daher ist ein Oberbürgermeisterwahlkampf mit einem dann ja absolut neuen Oberbürgermeister zumindest ein Neustart für die Stadt, so Volger. Dieser Neustart biete Leipzig viele Chancen, die Stadt neu zu gestalten.

Auch die AfD-Fraktion sieht kein Problem darin, dass Jung sich zur Wahl als Präsident aufstellen lässt. Der Fraktionsgeschäftsführer Karl-Heinz Obser hofft, dass eine neue Oberbürgermeister-Kandidatur neuen Wind in den Stadtrat bringt.

Wir erhoffen uns nun durch den Wechsel der Verhältnisse im Leipziger Rathaus, die ja aus einer überlangen Dominanz der SPD präsentiert werden frischen Wind, der aus unserer Sicht seit langem überfällig ist.

Karl-Heinz Obser, Fraktionsgeschäftsführer der AfD-Fraktion

So fehle momentan vor allem eine bessere Zusammenarbeit im Stadtrat, so Obser.

Wie geht es für die Stadt weiter?

Die Fraktion Freibeuter könne Jungs Entscheidung nachvollziehen. Der Fraktionsvorsitzende René Hobusch findet, dass Jung ein guter Kandidat für das Amt des Sparkassenpräsidenten sei. Wie es für die Stadt Leipzig weitergeht, bleibe abzuwarten.

Ob das für die Stadt Leipzig gut ist, das muss man sehen. Zunächst geht es ja erst einmal darum, die Kandidatur, für die er sich entschieden hat, zu gewinnen und das wird im Oktober der Fall sein, danach muss man dann weiteres entscheiden.

René Hobusch, Fraktionsvorsitzender der Freibeuter

Vor allem seine Erfahrungen als Oberbürgermeister werden Jung helfen, so Hubusch.

Burkhard Jung will den ostdeutschen Sparkassen eine stärkere Stimme geben. Wichtig sei für ihn außerdem der Austausch über länder- und parteipolitische Grenzen hinweg. Jung ist allerdings nicht der einzige Kandidat aus Sachsen. Ein weiterer Kandidat ist der Bautzner Landrat Michael Harig. Wer das Amt des Oberbürgermeisters in Leipzig übernehmen würde, steht noch nicht fest.

Den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier:

EIn Beitrag von Johanna Honsberg.
0205_Mitschnitt_BmE_Burki
 

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Theresa Willkomm
02.05.2018 - 19:41