Kolumne

Jingle Bells und Weihnachts-Sales

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Elisabeth Schmidt über Lebkuchen im September und herbstlichen Weihnachtsstress.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist diese Woche passiert? Unsere Kolumnisten und Kolumnistinnen haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören finden Sie hier:

Es ist noch nicht lange her, genauer gesagt ist es am Montag gewesen. Meine Mutter und ich waren einkaufen. Auf dem Weg zur Kasse kommen wir am Süßigkeitenregal vorbei. Und wie das immer so ist - ZACK - hat man drei Tüten Chips und fünf Tafeln Schokolade im Einkaufswagen, von denen man gar nicht wusste, dass man sie haben will. Wir decken uns mit Erdnussflips und Toffifee ein, und plötzlich werde ich einer Packung Lebkuchen ansichtig.

Oh warum?!

Ich mag Weihnachten, und ich mag auch Lebkuchen – aber Ende September ist einfach zu früh dafür. Vor allem, wenn statt Lichterketten noch Blätter an den Bäumen hängen. Und trotz der beruhigenden Tatsache, dass ich noch so ungefähr drei Monate Zeit habe, alle Geschenke für sämtliche Familienmitglieder und Freunde zu besorgen, beginnt sich ein ungutes Gefühl zu manifestieren.

WAS? WIE BITTE?!

Drei Monate! …das sind nur 12 Wochen…das sind - oh nein! -  nur 94 Tage...da hab ich Uni, und einige Wochenenden sind auch schon verplant, und hier und da eine Geburtstagsparty, und dann wollte ich noch ins Kino…und dann ist es bestimmt schon Dezember, bis ich alles unter Dach und Fach gebracht habe, und dann will ich Plätzchen backen…wann genau hab ich jetzt Zeit, Geschenke zu besorgen? Und wer zum Teufel kriegt dieses Jahr überhaupt Geschenke? Okay, lass mal sehen...Mama, Oma, Opa, Tante, ihr Freund, wo wir schon dabei sind…wie viele Freunde hab ich eigentlich...eins, zwei, drei, vier…ach die ja auch, fünf, aaah, aber vielleicht schenkt die mir auch nix, dann muss ich auch nicht...

Und es geht los.

Gratulation, ihr lieben Lebkuchenfabrikanten! Ihr habt es mal wieder geschafft. Jetzt stehe ich hier, weil ich wirklich nicht besonders gut mit Geschenken bin, bibbere angesichts des näher rückenden 24. Dezembers und verzehre wie nebenbei einen Lebkuchen nach dem anderen, damit das weihnachtliche Feeling schon im September angeheizt wird und ich pünktlich zu Weihnachten weihnachtliche Geschenke parat habe.

Tja. Blöd irgendwie, denn noch bevor die Vorweihnachtszeit im Dezember ganz offiziell beginnt, wird das Weihnachtsfeeling ausgebrannt sein und der Lebkuchen mir zu den Ohren rauskommen. Und wenn ich mich bald im Oktober mit Spekulatius vollschlage und im November mit Schokoweihnachtsmännern, dann, ja dann werde ich nur noch über den Weihnachtsmarkt rollen können und vor jede Fressbude kotzen, weil alles irgendwie schon vorher da gewesen ist und mein Bedürfnis nach Weihnachten übersättigt hat.

Also: Fröhliche Weihnachten und guten Appetit!


 

 

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Elisabeth Schmidt
28.09.2018 - 14:27