M19 mit Melanie Marschke

An jeder Ecke ein Tatort

Die Dreharbeiten für die neue Soko Leipzig-Staffel laufen gerade wieder - Melanie Marschke alias Hauptkommissarin Ina Zimmermann hatte trotzdem Zeit und war zu Gast bei M19.
Melanie Marschke und Moderatorin Sophia Spyropoulos

Die Sendung zum nachhören:

Wenn Melanie Marschke in den Supermarkt geht, wird sie regelmäßig erkannt - mal als Schauspielerin Melanie, mal als Soko-Hauptkomissarin Ina Zimmermann. Vor 18 Jahren ist sie für den Start der neuen Soko-Folge nach Leipzig gezogen. Heute fühlt sich Melanie Marschke fast wie eine Leipzigerin - sie kann sächsisch sprechen und hat bei den Dreharbeiten verschiedenste Ecken der Stadt kennengelernt.  

Leipzig ist voll mit Tatorten...  

Melanie Marschke ist praktisch 24 Stunden an ihrem Arbeitsplatz - und erkennt sehr oft Orte, an denen schon für Soko gedreht wurde. Nach 18 Staffeln werden die Leichen aber auch öfter mal wiederholt auf dem Fockeberg gefunden und Clubszenen werden gerne im "Absturz" in der Feinkost gedreht. 

Es finden sich auch immer neue interessante Drehorte, aber im gesamten Innenstadtgebiet haben wir schon Leichen gefunden, uns Verfolgungsjagden geliefert - es gibt kaum eine Ecke, wo wir noch nicht gedreht haben.

Melanie Marschke

Was macht einen Ort denn zu einem guten Tatort? Ausgewählt werden Orte in der Innenstadt, aber auch außerhalb wie an einem der umliegenden Seen - passend zur Geschichte der Folge, erzählt Melanie Marschke. Neben dem optischen "Motiv" gibt es aber auch logistische Anforderungen: Es muss Platz für Wohnwägen und LKWs geben, die Requisiten für den Dreh, Kostüme, die Maske oder das Catering beherbergen. 

Auf dem Hochhausdach am Set 

Bei den Dreharbeiten spielt insbesondere das Wetter eine Rolle, denn das ganze Jahr über wird gedreht. Im Winter freut man sich dann auch mal drinnen zu drehen, zum Beispiel mehr Büroszenen - meist steht man aber dann doch in der Kälte auf Hochhausdächern: Da gibts Picknicke auf dem Dach und Leichen werden aus Gewässern gezogen.

Da lag ne Komparsin, tot sozusagen, auf dem Fußboden, und der sind die Haare auf dem Fußboden festgefroren, so kalt war das. Die Kiefermuskulatur friert ein, die Augen tränen, das war richtig harte Arbeit.

Melanie Marschke

Vor einem elf-stündigen Drehtag müssen die Darstellenden noch in die Maske, kostümiert werden und haben dazu oft lange Anfahrtswege. Zwischen den Drehs ermüden auch lange Wartezeiten. Ein entspannter Schauspieljob sei das nicht. 

Erfolgskonzept Krimi - ein deutsches Phänomen

Soko Leipzig war der erste Ableger der Soko München-Reihe - heute ermitteln Sokoteams auch noch in anderen Großstädten wie Köln, Stuttgart, Hamburg, Wismar aber auch Wien und Kitzbühel. Das Erfolgskonzept der Soko-Reihe ist einmal die große Affinität der deutschen Fernsehzuschauenden zu Krimis. Wie auch beim Tatort gibt es Soko-Fans die regelmäßig die Ermittlungen ihres Lieblings-Teams verfolgen.

Mit den lokalen Stadtablegern gibt es dazu einen Heimatfaktor: Mit dem lokalen Bezug können die Fans im Fernsehen beobachten, wie Verbrecher durch die eigene Stadt gejagt werden. Als Anreiz sieht Melanie Marschke zudem das Familiäre in den Krimis:

Man hat einerseits die Spannung des Falls, man hat aber auch diese kleine Komissarsfamilie in der sich ja auch Freundschaften und Rivalitäten abspielen.

Melanie Marschke

Und diese privaten Erzählungen aus dem Alltag der Ermittelnden unterscheiden sich stark zwischen den verschiedenen Soko-Städten und deren Hauptfiguren. Melanie Marschke beschreibt die Wismarer als ein bisschen ländlicher und humorvoller, und die Wiener mit einem speziellen wienerischen, schrägen Humor. Da sei für jeden was dabei. 

Aktuell ist Melanie Marschke bei den Dreharbeiten für die neue Staffel, nächstes Jahr feiert Soko Leipzig das 20-jährige Jubiläum. Wie 20 Jahre am Set fühlt sich Melanie aber nicht - das Team sei immer noch frisch und habe Lust und Ideen, aus dem Format noch mehr rauszuholen. 

 

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Charis Mündlein
24.06.2019 - 13:00
  Kultur