Konzertbericht

It'll Be Sophia Like You Never Imagined

Das Kollektiv Sophia gibt es inzwischen seit 20 Jahren. Robin Proper-Sheppard spielte zuvor bei The God Machine, einer härteren Rock Band. Im Vergleich dazu ist die Musik von Sophia sehr ruhig – live wurden Konzertbesucher am 02.11. im UT überrascht.
Sophia live
Sophia live auf der Bühne

Erwartungen

Sophia ist ein Musiker-Kollektiv, dass auf eine lange Bestehensgeschichte zurückblickt. Das erste Album des Kollektivs "Fixed Water" ist bereits vor 20 Jahren erschienen. Es ist ein sehr ruhiges Album, das eine besondere Melancholie mit sich trägt. Typisch für die anfänglichen Werke des Kollektivs waren vor allem die zurückgenommene Musik und die lyrische Auseinandersetzung mit der Thematik "Tod". Robin Proper-Sheppard selbst beschreibt den Song "So Slow" als den Inbegriff von Sophia – der Song handelt vom Tod eines guten Freundes und ehemaligen Mitmusikers von Proper-Sheppard. Über die letzten 20 Jahre hinweg hat sich allerdings musikalisch auch einiges für die Band verändert. Mit ihrem Album "As We Make Our Way" veröffentlichen sie dieses Jahr ein stark nach Indie-Pop klingendes Album. Es ist fröhlicher als frühere Werke, auch wenn das Grundgefühl der Musik bestehen bleibt. Ich hätte vermutlich mit einem sehr ruhigen Konzert gerechnet, hätte mir Robin Proper-Sheppard nicht zuvor im Interview verraten, dass es sehr viel lauter und rockiger werden würde, als man denkt.

Erster Eindruck

Das UT Connewitz ist einfach immer eine wirklich beeindruckende Location. Als wir ankommen, ist es bereits sehr voll und zu Beginn der Show ist der Saal dann wirklich gut gefüllt. Wenn ich mich so umschaue, habe ich das Gefühl, den Altersschnitt mit meiner Anwesenheit eher nach unten zu drücken. Das ist natürlich wirklich nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie lange es die Band schon gibt. Nach einer sehr schönen Perfomance der Vorband "I Have A Tribe" geht es dann auch schon mit Sophia los. Ohne große Worte beginnen sie ihre Show. Die Musik klingt sehr klar und passt super in das Setting.

auf der Bühne

 

Musik

Die Band spielt einen guten Mix aus neuen und alten Songs. Zwischendurch nutzt Robin Proper-Sheppard immer mal die Gelegenheit ein bisschen Werbung für den Merch Stand zu machen oder die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Generell steht aber eindeutig die Musik im Vordergrund und es werden keine ausschweifenden Ansagen gemacht oder Zeit durch ablenkende Comedy-Einlagen oder zu großen Einbezug des Publikums verschwendet. Die Fans nehmen das Set mit großer Begeisterung auf und man sieht viele Besucher mitsingen und zu den Klängen mitwippen. Besonders hervor sticht der Song "So Slow", der ja bereits erwähnt wurde. Proper-Sheppard ordnet den Song zuvor für das Publikum ein und die Melancholie und Ernsthaftigkeit des Themas ist ganz unverkennbar zu spüren. Genauso eindrucksvoll, wenn auch auf ganz andere Weise, sind allerdings auch die Songs, in denen die Rock-Vergangenheit von einigen Bandmitgliedern hörbar wird. Besonders zum Ende der Show hin wird man regelrecht überrollt vom Sound der Band. Und das auf wirklich positive Weise. Außerdem spielen sie insgesamt 4 Zugaben, sehr zur Freude ihrer Fans.

Was in Erinnerung bleibt

Der Abend mit Sophia im UT Connewitz ist eines dieser Konzerte, wo einfach alles passt. Die Musik wirkt nochmal umso mehr, durch die besonders schöne Location und die Mischung aus Songs lässt keine Wünsche offen. Die Band spielt einige Songs, die sie lange nicht mehr live performt haben und viele neue Lieder sind ebenfalls dabei. Es bleibt gar nicht viel dazu zu sagen, außer, dass das gesamte Konzert in Erinnerung bleiben wird.

 

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Gesa Koy
10.11.2016 - 13:47
  Kultur