SchleFaZ

Im Unterholz des schlechten Humors

SchleFaZ geht mit "Im Dschungel ist der Teufel los" in die zweite Runde. Diese lockt nicht nur in den Dschungel Afrikas, sondern auch in den Dschungel schlechter Witze.
Im Dschungel ist der Teufel los
Der Dschungel-SchleFaZ

Wer der Meinung ist, dass moderne deutsche Komödien größtenteils zum Davonlaufen sind, der dürfte bei der zweiten SchleFaZ-Folge in diesem Jahr sein blaues Wunder erlebt haben. Oliver Kalkofe und Peter Rütten bleiben ihrem inoffiziellen Motto "Schlimmer geht´s immer" treu und konfrontierten ihr Publikum mit einem ganz besonderen Schmankerl: "Im Dschungel ist der Teufel los", eine Abenteuer-Klamotte aus den Tiefen der 80er.

Cast Away goes SchleFaZ

Eine Gruppe Touristen wartet, bereits in Urlaubsstimmung, auf ihren Flug. Dummerweise hat ihr Pilot, Butch Donovan (James Mitchum), irgendetwas verbrochen, weshalb irgendeine Gruppe von Männern das Flugzeug zum Absturz bringen will. Die genauen Hintergründe werden der Fantasie des Zuschauers überlassen und sollten besser nicht so genau hinterfragt werden. Butch hingegen, geschickt wie er ist, kann das Flugzeug jedoch in letzter Sekunde auf einer Insel landen. Fortan müssen sich die verwöhnten Touristen der ungezähmten Natur stellen und sich nicht nur mit Löwen in der Hütte und Affen auf der Toilette arrangieren...

Inszeniert wurde die "Komödie" von keinem geringeren als Harald Reinl, dem Regisseur der berühmten Winnetou-Filme. Ein ziemlicher Qualitätssprung, so viel kann man schon mal sagen, wenn auch leider in die falsche Richtung.

Eine Belastungsprobe

Ein Mann benutzt eine Banane als Mikrofon, Menschen stolpern über ihre eigenen Füße und ein kleiner Junge bringt einem Affen das Rauchen bei. Willkommen im komödiantischen Deutschland der 80er. Es ist beinahe unmöglich, sich vorzustellen, dass es womöglich irgendwann einmal Menschen gegeben haben soll, die diesen Film witzig fanden. Mal davon abgesehen, dass die Geschichte mit absolutem Stillstand glänzt, offenbaren sich recht schnell auch andere fragwürdige Seiten, mit denen man anfangs vielleicht nicht unbedingt rechnet. Da werden ein schwarzer Junge und ein Affe als "Geschwister" bezeichnet, später wird im Hintergrund munter von "trommelnden Negern" gesungen. "Im Dschungel ist der Teufel los" entführt den Zuschauer in eine Welt des Kinos, in der Rassismus offenbar noch familientauglich war und für billige Witze der übelsten Sorte dienen musste.

In der Maschine, als alle dachten, es wäre das Ende. An was hast du da gedacht, Martin? -

An nichts.

Mit derartigen Dialogzeilen aus dem Giftschrank der Filmindustrie möchte der Film seinem Publikum auch noch eine Liebesgeschichte rund um Jenny Jürgens (Ja, die Tochter von Udo Jürgens!) und Thomas Ohrner (bekannt aus Tim Thaler) präsentieren. Bei den neckischen Liebeleien der beiden rollen sich dem Zuschauer eher die Zehnägel auf, als dass man sie irgendwie ernst nehmen könnte. 

Fazit

Im Dschungel ist der Teufel los ist tatsächlich einer der schlimmsten Filme, die es in allen fünf Staffeln der Schlechtesten Filme aller Zeiten zu sehen gab. SchleFaZ-Neulinge dürften bei dieser Folge wohl abgeschreckt auf den Fernseher einprügeln. Ohne die Kommentare von Oliver Kalkofe und Peter Rütten wäre der Film aus heutiger Sicht überhaupt nicht mehr genießbar. In den quälend lang wirkenden 90 Minuten gibt es lediglich ein paar Laiendarsteller zu sehen, die im Urwald hocken und versuchen witzig zu sein. Man könnte fast meinen, es würde sich um eine Folge vom Dschungelcamp handeln...

 

 

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten:

immer freitags um 22.10 Uhr auf Tele 5, anschließend eine Woche lang online in der Mediathek.

"Im Dschungel ist der Teufel los" ist im Vertrieb von MCP Sound & Media GmbH auf DVD erhältlich