Museumsausstellung für Kinder

Im Königreich der Fantasie

Psst! Nicht anfassen! Das ist kein Spielplatz! Ein Museumsbesuch mit Kindern kann frustrierend sein. Nicht so im Unikatum. In der neuen Ausstellung "Das Königreich der Phantasie" können die Kleinen nach Herzenslust ihrem Entdeckergeist nachgehen.
Königreich der Phantasie
Im "Königreich der Phantasie" können Kinder auf Entdeckungsreise gehen.

In uns allen liegt ein verborgenes Königreich - und Kinder sind seine größten Herrscher. Das Kindermuseum Unikatum in der Zschocherschen Straße widmet diesem Königreich nun eine eigene Ausstellung: Das Königreich der Phantasie. Hier können sich Kinder ab dem KiTa-Alter auf eine Reise in die menschliche Vorstellungskraft begeben.

Das Prinzip ist altbekannt: Aufgebaut ist die Ausstellung wie ein Brettspiel. Noch an der Kasse bekommen Besucher eine Spielanleitung ausgehändigt. Anschließend schlüpfen Jungen und Mädchen in die Rolle eines „Gedankenritters" oder einer „Traumreiterin" und spielen sich von Spielfeld zu Spielfeld – vorbei an der „Butterburg“, dem „Murmeltal der Ideen“ oder dem „Tunnel der Tapferkeit“.

Eine Ausstellung zum Mitmachen

Streng sind die Spielregeln allerdings nicht. Immerhin geht es im Königreich der Fantasie darum, die Welt mit eigenen Augen zu entdecken. Dass das Unikatum Kindern so viel Freiraum gibt, liegt im Konzept der Ausstellung begründet. Museumsleiterin Annegret Hänsel und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter nennen die Ausstellung deswegen auch: Mitmachausstellung. Jedes Kind soll sich das Thema selbst erspielen, sich damit auseinandersetzen und im Idealfall eine eigene Meinung bilden.

Den Ausstellungsmachern ist diese Herangehensweise besonders wichtig. Durch die Schule oder strenge Strukturen im Alltag, werde die Fantasie der Kinder noch früh genug beschnitten, so Annegret Hänsel. Wichtig sei es daher, den Kindern diesen Freiraum zu ermöglichen.

Pädagogisch wertvoll – nicht nur für Kinder

Diesen Eindruck kann auch Hermine Brietzel bestätigen. Seit 2014 ist die studierte Kunsthistorikerin und Pädagogin am Museum der bildenden Künste und arbeitet viel mit Kindern zusammen. Der Fokus auf einen außerschulischen Lernort gebe Kindern die Möglichkeit, sich die Welt eigenständig und frei zu erschließen. Für manche Kinder, die unter strengen Strukturen leiden – etwa durch Autoritätspersonen – können solche Orte sogar eine Flucht aus dem Alltag bedeuten.

Doch auch für Eltern könne sich der Besuch in einem Kindermuseum lohnen. Schließlich kennen Eltern ihre Kinder zumeist von zu Hause. Der Besuch eines fremden Ortes, der Kontakt mit anderen Person und der spielerische Charakter der Ausstellung könne das Kind noch einmal von einer ganz neuen, offenen und kreativen Seite zeigen, so Brietzel.

Die Informtionen können Sie auch im Beitrag von mephisto 97.6-Redakteur Bastian Schröder nachhören:

Ein Beitrag von Bastian Schröder.
 
 

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Bastian Schröder
06.10.2017 - 12:13
  Kultur

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Informationen zur Ausstellung und Veranstaltungstermine finden Sie unter: www.kindermuseum-unikatum.de.