GameCheck: Persona Q2

Im falschen Film

Eine Rolle einnehmen − das tun alle aus psychologischer Sicht. Diese Rolle, die man vielleicht nur in der Öffentlichkeit zeigt, nennt sich "Persona". In "Persona Q2: New Cinema Labyrinth" nutzen die Charaktere ihre Personas, um das Böse zu bekämpfen.
Die Hauptcharaktere von Persona Q2: New Cinema Labyrinth
Die Phantom-Diebe sind in einem Kino eingesperrt.

Es beginnt alles mit einem Traum. Mein Charakter befindet sich in einem großen, roten Kinosaal. Vor mir sind viele leere Reihen und der ebenso rote Vorhang ist noch zugezogen. Der hebt sich erst, als ein blauer Schmetterling durch das Bild fliegt. Auf der Leinwand ist noch kurz ein Zitat von Jean-Jacques Rousseau zu sehen: "... on ne s'égare point par ce qu'on ne sait pas, mais par ce qu'on croit savoir" (dt.: Man verirrt sich nicht, weil man keine Ahnung hat, sondern weil man glaubt, Ahnung zu haben). Mit diesen mysteriösen Worten wacht mein Charakter auf.

Vor und hinter der Leinwand

Joker mit seiner Maske

Mein Charakter ist der Protagonist aus "Persona 5". Seinen Namen kann ich selbst bestimmen, sein Persona aber nicht: Er ist Joker. Joker wacht in der High School auf. Dort sind auch seine Freunde, die Phantom Diebe, die auch aus anderen Teilen der Persona-Reihe bekannt sind. Wer die Charaktere allerdings nicht kennt, bekommt eine kurze Einführung zu den acht Charakteren. Sie wollen sich nach der Schule in "Memento" treffen. Doch dort ist alles anders, als sie es kennen. Sie müssen vor der Polizei fliehen und als sie durch eine seltsame Wand fahren, landen sie plötzlich in einem verlassenen Kinosaal.

Doch die Gruppe ist dort nicht vollständig angekommen: Haru und Makoto fehlen. Wie sich herausstellt, sind die beiden in dem Film zurückgeblieben, durch den die anderen Phantom Diebe in das Kino gereist sind. Doch sie stecken in einer großen Gefahr, denn der böse Superheld in dem Film ist Kamoshidaman, der ihrem schrecklichen Lehrer an der Schule sehr ähnlich sieht. Die Phantom Diebe müssen also zurück in den Film reisen, um die beiden zu retten.

Eine Welt voller neuer Gefahren

Im Film stoßen die Charaktere auf bisher unbekannte Gegner, die nicht so sind wie die "Schatten". Die tauchen oft sehr plötzlich auf, während die Phantom Diebe sich in der Welt des Films bewegen. Als einzige Vorwarnung werden mir Zahlen angezeigt von drei bis eins: Bei eins ist die Gefahr, in einen Kampf zu geraten, am größten. Das wird mir aber nicht von Anfang an erklärt, sondern ich erfahre das einfach so mittendrin im Spiel.

Ein bekannter Charakter ruft sein Persona.

Die Kämpfe sind rundenbasiert. Bis zu fünf Charaktere können in einer Runde kämpfen. Dabei können sie entweder eine normale Attacke einsetzen, einen Angriff blocken oder eine spezielle Fähigkeit wie einen Feuerschlag einsetzen. Spezielle Fähigkeiten kosten allerdings SP, die sich nicht so leicht wieder auffüllen lassen. Während der Kämpfe kann ich nämlich keine Gegenstände einsetzen, die ich im Kino gekauft habe. Die Gegenstände könnten allerdings Charaktere heilen oder sogar wiederbeleben. Dafür muss man sehr strategisch bei den Kämpfen vorgehen und immer gut vorbereitet sein. Denn selbst beim Schwierigkeitsgrad "Leicht" können die Kämpfe sonst frustrierend sein. Speichern kann ich nur im Kino, während ich im Film bin, habe ich dazu keine Möglichkeit. Sollte ich aber mal nach einem Kampf Game-Over gehen, kann ich mich zumindest wortwörtlich durch die Sequenzen skippen, in dem ich die langatmigen Dialoge vorspule.

Eine eigene Schatzkarte zeichnen

Eine wichtige Spielmechanik in "Persona Q2: New Cinema Labyrinth" ist, dass ich selbstständig eine Karte von der Spielwelt zeichne. Während ich mich im Spiel mit der Kreuzsteuerung des Nintendo 3DS bewege, kann ich das Schiebepad nutzen, um mir die Karte anzuschauen. Mit dem Stift zeichne ich Wände ein und betretbare Flächen. Manchmal ist eine Straße nämlich blockiert. Außerdem gibt es "Feuerleitern", die ich als Abkürzungen verwenden kann. Doch die Karte dient mir nicht nur zur Orientierung, sondern eröffnet mir auch eigene Schätze. Wenn ich eine Karte zu 100% entdeckt habe, kann ich eine eigene Schatzkiste mit besonderen Gegenständen öffnen. Außerdem zeigt mir die Karte an, ob ein Schatz bereits geöffnet wurde oder nicht. Dafür muss ich allerdings ständig daran denken, jedes Symbol einzutragen. Welches Symbol ich für was verwenden muss und wo ich es genau hinlege, damit es richtig angezeigt wird, erklärt das Spiel eher weniger.

Fazit

"Persona Q2: New Cinema Labyrinth" ist ein anspruchsvolles Spiel. Die Geschichte ist sehr verwirrend, wenn man das Universum noch nicht kennt, und auch die Kämpfe sind auch auf einem niedrigen Schwierigkeitsgrad oft schwer zu schaffen und sehr frustrierend. Das ist sehr schade, denn die Grundidee, dass die Charaktere in einen Film eintauchen, ist eine Abwechslung zu den sonstigen "Wir bekämpfen das Böse" Spielen. Wer aber schon an das Universum und das Kampfsystem aus anderen "Persona"-Teilen gewohnt ist, wird sicherlich seine Freude an dem Spiel haben.

Der Trailer zum Spiel:

 

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Laura Kreuzhage
18.07.2019 - 15:58
  Games

Persona Q2: New Cinema Labyrinth

Plattform: Nintendo 3DS

Entwickler: ATLUS

Herausgeber: Deep Silver