Social Startups

Idealismus meets Unternehmen

Sie sind jung, motiviert und wollen mit ihrem Unternehmen nicht nur Geld verdienen, sondern auch ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem lösen. Wie das funktioniert, zeigen drei Social Startups aus Leipzig und Umgebung.
Broschüre des Social Impact Lab
Kreativität und Andersdenken zeichnen die GründerInnen der Social Startups aus.

Lisa Schwalbe, Martin Jähnert, Florian Eidner und Mark Teucher sind die vier kreativen Köpfe hinter dem Modelabel "Dreiklang" aus dem Erzgebirge. Im Sommer 2014 haben sie ihre Crowdfunding-Kampagne gestartet, damit ihre fair und regional produzierte Kleidung künftig auch online erhältlich ist. Denn zurzeit ist es mehr Idealismus und der Spaß an der Sache, der die Vier antreibt. Doch schon bald soll auch der unternehmerische Gedanke – die zweite Seite der Medaille ihres Social Startups – hinzukommen. 

Ideal ist für uns, wenn es grün, bio, regional und schön ist.

Martin Jähnert, Modelabel Dreiklang

Den vier Modeschöpfern ist es wichtig, den Käufer am Herstellungsprozess der produzierten Kleidung teilhaben zu lassen. So soll sich der T-Shirt Träger bewusst werden, dass zum Beispiel den Arbeitern Mindestlöhne gezahlt wurden und es sich um Bio-Baumwolle handelt. Und auch die Ästhetik soll nicht zu kurz kommen. Die Mode von Dreiklang wird es nicht als Massenware geben, vielmehr bestimmt ein gewisser Kunstfaktor die Herstellung. Limitierte T-Shirts zu fairen Preisen sozusagen. Florian Eidner glaubt, dass sich so eine Art Wiedererkennungseffekt einstellen wird unter den Menschen, die Mode von Dreiklang tragen. So werde eine Botschaft, auch über den Käufer, vermittelt: Seht her, so sieht ein fair produziertes T-Shirt aus.

Wertschätzungskette statt Wertschöpfungskette

Eine Wertschätzungskette statt einer Wertschöpfungskette möchten auch Claudia Friedrich und Ellen Klein mit ihrer Arbeit vermitteln. Die beiden jungen Frauen sind Gründerin des Social Startups "Heldenküche". Im Gegensatz zu Dreiklang haben sie ihr "Kraut für das Funding" bereits gefunden und stehen nun mit beiden Beinen im Geschäft beziehungsweise in der Küche. Die beiden Jung-Köchinnen verwenden nur regionale Zutaten, die sie zum Beispiel von einem hiesigen Bauernhof erhalten. Und auch sonst möchten sie bei ihren für Gruppen oder Privatpersonen organisierten "Do-eat-yourself"-Abenden keine Rezepte vermitteln, sondern vielmehr Kochmethoden. Denn kochen, so ist sich Claudia Friedrich sicher, könne schließlich jeder. Friedrich und Klein geben dabei lediglich Hilfestellung zur Verwendung von saisonalen Produkte und alternative Kochweisen. Das erwirtschaftete Geld aus diesen Abenden wird für Projekten in Kinder- und Flüchtlingsheimen investiert. 

Das gibt einem so viel! 

Claudia Friedrich, von der "Heldenküche"

Ein Herz für Kinder

Susann Klette und Manuela Luther kennen sich schon seit zehn Jahren. Zusammen haben sie das Social Startup "Ein Tag für Kinder" gegründet. Sie möchten, dass jedes Kind, unabhängig der aktuellen Lebenssituation der Eltern, einen schönen Tag verbringen kann. Die Wünsche der Kinder reichen dabei von Ponyausritten über Märchenpartys bis hin zu Ausflügen in die Natur. Die beiden Frauen bauen dabei auf die Aufmerksamkeit der Nachbarn oder Freunde dieser Familien. Finanziert wird das Projekt zum einen über Spenden und zum anderen mithilfe des Netzwerkes der beiden Unternehmerinnen. 

Wir lassen Kinderaugen leuchten.

Manuela Luther, vom Projekt "Ein Tag für Kinder"

Schon seit 2009 veranstaltet Manuela Luther mit ihrer Agentur den Kindertag Leipzig am 20. September. In diesem Jahr wird sie zum ersten Mal auch mit "Ein Tag für Kinder" vertreten sein. 

Spagat zwischen unternehmerischem Denken und sozialem Engagement

Eine Anlaufstelle für Social Startups bietet die Plattform "Social Impact Lab". Marcus Bittner leitet den Standort Leipzig. Er entscheidet nicht nur über die Aufnahme neuer Kandidaten in das Stipendium-Programm des "Social Impact Lab", sondern bietet den zumeist jungen Existenzgründern auch moralischen Beistand. 

Es geht oft darum, zu ermutigen, schwierige Situationen auch durchzustehen, nicht gleich das Handtuch zu werfen.

Marcus Bittner, Leiter von "Social Impact Lab" in Leipzig

Das Handtuch werfen wollen die GründerInnen von "Dreiklang", "Heldenküche" und "Ein Tag für Kinder" um keinen Preis. Sie sind überzeugt, dass sich unternehmerisches Denken und sozialer Mehrwert vereinen lassen. Die nötige Portion Idealismus haben sie dafür. 

 

mephisto 97.6-Redakteurin Birgit Raddatz über Social Startups in Leipzig und Umgebung.
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