Performance

... ich liebe dich viel mehr!

Der Fetisch ist eine seltsame Form der Liebe und die Liebe ein ganz seltsamer Fetisch. Die Theatergruppe WarRug versucht sich den modernen Herausforderungen der Liebe zu stellen.
fetisch/liebe
Florian Lenz feiert den Fetisch Liebe

Das Sehnen der Liebe

Es ist eine komplizierte Sache mit der Liebe. Die Menschen sind überhäuft mit Vorstellungen von ihr. Da gibt es die Idee einer tiefen Liebe, die alle Grenzen sprengt, oder der Pragmatismus, der die Herzensangelegenheit voneinander trennt: "Da geht es um Spaß und nicht um Liebe!".

Mit dieser Vorstellung hat sich auch die Theatergruppe WarRug auseinandergesetzt. Schon lange wollten sie Roland Barthes "Fragmente einer Sprache der Liebe" auf die Bühne bringen. Der soziologische Philosoph stellt hier unter anderem ein Glossar der Liebe auf, die WarRug auf unsere Zeit übertragen wollen. Zusammen mit den Performern erzählen sie von den eigenen Erlebnissen: Einer erzählt von seiner Parade der Freundinnen, eine andere von ihren Erfahrungen mit Verkupplungsplattformen und Datingapps.

Die Struktur des Abends wird schnell klar. Ein absurde Szene, eine Reihe von Monologen und das Ganze wieder von vorne. Dabei werden sehr eindeutige Bilder der Liebe, wie der Shakespearekragen oder das absurde Antanzen, gefunden und sehr überzeugende Gedanken vorgetragen. Der Abend bleibt leicht und heiter, wenig aufregend. Es bleibt beim Besucher, diese Gedanken an sich heranzulassen.

Moderator Carsten Richter im Gespräch mit mephisto 97.6-Redakteur Thilo Körting über fetisch/liebe

Nicole Thomas, Florian Lenz

Sg Fetisch

Die Möglichkeiten der Liebe

Der treibende Wunsch von WarRug war es, Roland Barthes Gedanken fassbar zu machen und die Liebe wirklich zu erforschen. Dafür haben sie in ihren eigenen Erfahrungen gesucht und die Schauspieler nach ihren eigenen Erlebnissen befragt. Mit fetisch/liebe haben sie den zweiten Teil der Reihe "Wege aus der Depression" vorgelegt. Erneut fragen sie nach dem Einzelnen und seiner Vorstellung. Sie stellen die Frage, ob man wirklich eins mit dem Anderen werden kann, ob wir den Anderen nur in überhobene Vorstellungen der Liebe einbinden und wie sich jeder selbst für die Erfindung der Liebe verbiegt. So desillusionierend das auch alles klingt, sie meinen auch, dass es Hoffnung gibt.

mephisto 97.6-Redakteur Thilo Körting im Gespräch mit Nicole Thomas und Tilman Meckel von WarRug
2901 IV fetisch

 

 

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Thilo Körting
29.01.2016 - 12:39
  Kultur

Hintergründe zum Stück gibt es hier