Tierschutz in Spanien

Hundeblick mit Hintergrund

Nachdem sie ein paar Jahre für ihre Besitzer Hasen gejagt haben, werden in Spanien jedes Frühjahr tausende Galgo-Hunde ausgesetzt oder getötet. Dagegen regt sich nun Widerstand - auch in Leipzig.
Mit Hunden und Plakaten wurde auf dem Galgo-Marsch auf die Lage der spanischen Windhunde aufmerksam gemacht.

Am vergangenen Samstag zog der sogenannte "Galgo-Marsch" durch die Leipziger Innenstadt. Die "Galgos" sind spanische Windhunde, die bis zu 70 km/h schnell rennen können. Damit eigenen sie sich für Hunderennen, aber auch für die Hasenjagd. Beides hat in Spanien Tradition, allerdings mit oft schrecklichen Folgen für die Tiere. Neben schlechten Haltungsmethoden in Käfigen werden die Hunde mitunter rücksichtslos auf Geschwindigkeit getrimmt.

Die werden an ein Quad gespannt, oder hinter ein Auto, und dann müssen sie rennen, trainieren, für den Sport. Und wer nicht kann, der hat verloren, wird einfach hinterhergezerrt mit offenen Wunden, und bleibt liegen.

Maik, Demonstrierender mit drei Galgos aus Spanien

Zäher Kampf gegen Traditionen

Hunde, die nicht die gewünschte Leistung erbringen, werden häufig ausgesetzt oder umgebracht. Schätzungen gehen von 50.000 oder mehr getöteten Tieren pro Jahr aus. Auch staatliche Heime sind mit den zahlreichen Hunden überfordert und schläfern diese oft ein. Dagegen stemmen sich zunehmend private Intiativen und Organisationen aus mehreren europäischen Ländern. Sie verpflegen die Hunde und vermitteln sie, mit den Galgo-Märschen wollen sie zudem auf die Lage der Galgos und anderer betroffener Hunde aufmerksam machen.

Das ist eine lange Tradition, und Traditionen zu brechen ist ein großer Schritt. Die werden eben zur Jagd missbraucht, zur Hasenjagd, und wenn sie nicht mehr zum Jagen zu gebrauchen sind  werden sie eben aussortiert. Sie werden an Bäume gehängt, sie werden erschossen, ihnen werden die Beine gebrochen, man lässt sie einfach verhungern und verdursten.

Katja, Demonstrierende mit Galgo Isco

Am Leipziger Galgo-Marsch nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 300 Demonstrierende mit 500 Hunden teil. Zeitgleich fand außerdem in Madrid eine Demonstration statt, in Deutschland gibt es sein einigen Jahren zudem Galgo-Märsche in Köln, Frankfurt und anderen Städten.

Der Beitrag zum Nachhören:

Faustschlagredakteur Anton Walsch berichtet vom Leipziger "Galgo-Marsch
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Anton Walsch
19.09.2018 - 09:45