Berlinale 2018

Hunde auf Bärenjagd

Die Filmwelt blickt wieder in die deutsche Hauptstadt. Vom 15. bis 25. Februar 2018 findet die 68. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele Berlin - kurz "Berlinale" - statt.
Szene aus "Isle of Dogs"
Wes Andersons "Isle of Dogs" eröffnet die 68. Berlinale

Das größte Publikums-Filmfestival der Welt öffnet zum 68. Mal seine Pforten. Fast 400 Filme werden die zehn Tage über gezeigt, der Großteil davon Europa- und Weltpremieren. Um 19:30 Uhr beginnt die Berlinale am 15. Februar feierlich mit einer Gala. Etwa 1600 Gäste werden im Berlinale Palast am Potsdamer Platz erwartet. Darunter Stars wie Iris Berben, Wim Wenders, Lars Eidinger, Daniel Brühl und Helen Mirren. Durch den Abend führt, wie auch schon in den Vorjahren, Anke Engelke.

Eröffnet wird das Festival im Anschluss mit Wes Andersons “Isle of Dogs“. Der Stop-Motion-Film ist damit der erste Animationsfilm, der jemals die Berlinale eröffnet hat. Anderson wird selbst anwesend sein und sein neues Werk als Weltpremiere präsentieren. Außerdem bringt er den Großteil seines prominenten Casts mit nach Berlin, der seinen Hunden die Stimmen leiht, darunter Bryan Cranston, Tilda Swinton und Greta Gerwig, die jüngst für ihren Film “Lady Bird“ für fünf Oscars nominiert wurde.

Das Rennen um die Bären

24 Filme laufen im Wettbewerb der Berlinale. 19 davon dürfen auf die begehrten Silbernen und Goldenen Bären hoffen, die restlichen fünf laufen außer Konkurrenz. Zu letzteren zählt unter anderem der Horrorfilm “Unsane“, den Regisseur Stephen Soderbergh komplett mit einem iPhone gedreht hat. Mit dabei sind im Wettbewerb bekannte Regisseure wie Gus van Sant mit seiner Komödie “Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ oder auch der Autorenfilmer Lav Diaz. Der philippinische Regisseur ist vor allem für die enorme Länge seiner Filme bekannt.

Szene aus "Season of the Devil"
Vier Stunden langes Anti-Musical

2016 präsentierte Diaz auf der Berlinale seinen acht Stunden langen Film “A Lullaby to the Sorrowful Mystery“. Sein neuestes Werk namens “Season of the Devil“ bezeichnet er als philippinische Rockoper. Quasi ein Anti-Musical in Schwarz Weiß und mit vier Stunden Länge, für seine Verhältnisse, beinahe ein Kurzfilm. Darüber hinaus kommen vier der Wettbewerbsfilme aus Deutschland, beispielsweise “3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer als Romy Schneider. Wer am Ende die Trophäen gewinnt, entscheidet die Jury unter dem Vorsitz von Regisseur Tom Tykwer (“Das Parfum“, “Cloud Atlas“). Neben Tykwer sitzen in der sechsköpfigen Jury zum Beispiel die amerikanische Produzentin Adele Romanski (“Moonlight“).

Ehrenpreis für Willem Dafoe

Willem Dafoe
Willem Dafoe in "The Florida Project"

Als Ehrengast wird der Schauspieler Willem Dafoe erwartet. Ihm wird am 20. Februar der Ehrenbär des Festivals verliehen. Dafoe ist damit Teil der Berlinale “Hommage“. In der Sektion werden zehn Filme aus Dafoes Schaffen wiederaufgeführt. Gezeigt werden unter anderem der Kriegsfilm “Platoon“, das Biopic “Pasolini“ oder auch Lars von Triers verstörender Skandalfilm “Antichrist“.

Zentrales Thema des Festivals ist natürlich auch die #metoo - Debatte. Im Vorfeld kam es zu Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gegen den südkoreanischen Regisseur Kim Ki Duk, der ebenfalls nach Berlin eingeladen wurde. Darüber hinaus wurde vom Festival erstmals eine Beratungsstelle für Betroffene eingerichtet. Unklar ist, ob es wie bei den Golden Globes größtenteils schwarze Kleidung auf dem roten Teppich zu sehen gibt.

Mehr Informationen aus der Sendung:

Eine Live-Schalte von Lennart Johannsen
 
 

Kommentieren