Umgang mit Müll

How To: Müllvermeiden

Giftige Elektroschrotthaufen, Fische, die am Plastik ersticken und Mikroplastik im Menschen. Wir Deutsche produzieren zu viel Müll. Dabei können kleine Entscheidungen schon den Unterschied machen. Am Samstag soll ein Aktionsstand aufklären.
Müll
Schlechte Müllentsorgung ist auch in unseren Städten zu sehen.

Morgen beginnt die Europäische Woche der Abfallvermeidung. Im Rahmen dieser Woche sollen auch Leipziger und Leipzigerinnen mehr für dieses Thema sensibilisiert werden. Darum organisiert der Verein Ökolöwe Leipzig, zusammen mit der Stadtreinigung Leipzig und der Abfallwirtschaft Westsachsen einen Aktionsstand, mit Infos für Verbraucherinnen und Verbraucher, wie man Müll vermeiden kann. Und wenn er doch anfällt, wie man ihn dann auch richtig entsorgt.

Biotüten im Biomüll - keine gute Idee

Plastiktüten für den Biomüll - die gibt es mittlerweile auch in einer kompostierbaren Variante. Aber auch die brauchen für den Abbau wesentlich länger als beispielsweise eine Bananenschale. Gleichzeitig können sie aber auch nicht aus dem Biomüll herausgefischt werden. Die Folge: Sie werden geschreddert und landen dann im Kompost als das berüchtigte Mikroplastik (Kleinstpartikel die in die Nahrungskette gelangen und möglciherweise gesundheitlich sein können). Eine saubere Alternative wären da zum Beispiel Papiertüten. Die sind besser abbaubar als das sogenannte kompostierbare Plastik.

Leipziger und ihr Müll

Susanne Zohl von der Stadtreinigung Leipzig beobachtet ein ganz unterschiedliches Verhalten bei der Müllentsorgung:

Ja wir haben die Profis, die natürlich jeden Tag wirklich akribisch schauen, dass sie ihren Abfall in die richtige Tonne werfen. Aber man muss leider auch sagen, wie zum Beispiel in der Biotonne landen viel zu oft Kunststofftüten und auch andere Abfallarten, die hier nix zu drin zu suchen haben. Also ein Beispiel: Wir haben hier Windeln drauf, wir haben Farbeimer drin, wir haben Glasflaschen im Bioabfall. Und aus dem Bioabfall wird ja wertvoller Kompost hergestellt. Und da haben einfach solche Abfälle nix zu suchen.

Das Gegenstück zur Biotonne ist der Restmüll, bei dem müsse nicht so sehr auf die Trennung geachtet werden und es darf auch Plastik rein. Allerdings gehe dadurch wertvoller Kompost verloren geht.

Müll vermeiden

Verbrauchende könnten dafür viel machen. Der Klassiker: Unnötige Plastiktüten weglassen, wenn zum Beispiel nur wenige Tomaten im Supermarkt gekauft werden. Marisa Becker aus Leipzig ist Bloggerin zum Thema Zero Waste und hat noch ein paar Tipps parat:

Ja mein Lieblingstipp, back to the roots, dann kann ich mir für super viele Sachen einfach anschauen: Wie haben das denn meine Großeltern gelöst? Zum Bespiel so was wie Alufolie, Frischhaltefolie, benutzt man halt Bienenwachstücher. Die hochwertigeren Materialien, die vor der Plastik-Ära benutzt wurden. Und was noch so ein Tipp ist, ganz easy swap: Seife statt Shampoo-Flasche.

Marisa Becker, Bloggerin mysustainableme

Die halte länger als Shampoo und sei auch besser für die Haare, weil keine Silikone und Parabene enthalten sind.

Verantwortung beim Verbraucher

Es gibt also viele Möglichkeiten, im Alltag Müll leichter zu vermeiden. Dennoch liegt die Verantwortung stark beim Verbrauchenden. Viele Konsumgüter würden unnötig in Plastik verkauft. Das ist auch ein Punkt, den Evelin Voss kritisiert. Sie arbeitet seit über 28 Jahren für die Ökolöwen:

Die Politik ist aufgerufen hier Weichen zu stellen für die Industrie, damit nicht immer mehr Verpackungen um die Waren herum sind, sondern nur dort wo es nötig ist, nicht wo überall es möglich ist. Zum Schutz der Ware beispielsweise einer Gurke ist es nicht erforderlich, dass die eingeschweißt wird.

Evelin Voss, Ökolöwe Leipzig

Somit müsste man auch nicht mehr zwischen der normalen Gurke ohne Verpackung und der Bio-Gurke im Plastikmantel abwägen .

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Studiogespräch von Redakteurin Maureen Welter mit Moderatorin Anneke Elsner
1611 SG Müllvermeidung
 

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