Kolumne

How much is the fish?

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Magnus Folten über Wochenenden, exquisite Partygäste und einen Bahnkran.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist in dieser Woche passiert? Unsere Kolumnisten haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören:

How much is the Fish? – Magnus Folten über Wochenendenenden, exquisite Partygäste und einen Bahnkran
Die Kolumne

Ostern ist vorbei, das nächste lange Wochenende gibt’s dann Anfang Mai: Der Tag der Arbeit fällt dieses Jahr auf einen Montag. Warum ist der erste Tag der Woche eigentlich immer so mühsam?

Da gibt’s viele Gründe. Der Erste ist das fast vergessene, aber doch wohl vertraute Surren deines Weckers, das dich aus den Traumtiefen deines letzten Ausnüchterungsschlafs rausreißt. Der Zweite Grund ist dann die Feststellung, dass der Kühlschrank den Fressattacken deiner alkoholdurchtrieften Exzesse nicht standgehalten hat. Frühstück bedeutet also Einkaufen. Auf der Türschwelle stößt du dann auf Grund Nummer Drei: Eine mit Stückchen angereicherte Kotzpfütze. Du fragst dich kurz, ob sie dein Kunstwerk ist, rümpfst die Nase und stempelst den Schandfleck als „Charme des Viertels“ ab. Wenn du dann im Supermarkt auf einen Haufen aufgetakelter Muttis und geleckter Anzugträger stößt, kommt dir das dann gar nicht mehr so charmant vor.

Kolumnist Magnus Folten
Kolumnist Magnus Folten

So richtig ankommen in der Realität, das tust du dann erst an der Kasse.

„Haben sie alles gefunden? Besitzen sie eine Payback-Karte? Sammeln Sie Treuepunkte? Mit Karte zahlen oder bar? Brauchen Sie einen Kassenzettel? Das macht dann 12,72 Euro.“

Ja, das ist die Realität. Das ist Deutschland, das ist Montag …, dämmert es dir langsam. Während du hektisch den Einkauf in deinen Rucksack packst, weil dich 20 wartende Augenpaare ungeduldig begutachten.

Das Helmholtz-Institut für Umweltforschung ist in dieser Woche 25 Jahre alt geworden. Sogar Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ist zum Gratulieren gekommen. Wen hättest du gerne auf deiner Vierteljahrhundert-Party dabei?

Ich stehe zwar auf intelligente Menschen, aber die Mathematikerin Johanna Wanka ist mir dann doch ein bisschen zu trocken für eine ordentliche Sause. Wenn ich mein Vierteljahrhundert zelebrieren würde, hätte ich am liebsten gleich zwei Ehrengäste dabei. Stellen Sie sich vor, wie geistreich und erhebend eine Party mit H.P. Baxxter und Klaus Kinski wäre …

Er kann bis zu 160 Tonnen tragen, hat schlappe 5,5 Millionen Euro gekostet und hört auf den zärtlichen Namen „Mammut“. Die Bahn hat ihren neuen Notfallkran getauft, damit sollen blockierte Stellen nach Unfällen oder Unwettern schneller geräumt werden können. Wo würdest du das Riesenteil einsetzen?

An dieser Stelle könnte ich natürlich mit einem Deine-Mutter-Witz kontern, aber die sind einfach zu abgegriffen …. höhö, wie deine Mutter… *LOL*. Spaß beiseite. Da die größten Haufen Bullshit meist geistiger Natur sind, fällt mir nicht viel ein, wofür man einen solchen Kran gebrauchen kann. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das „Mammut“ für die Deutsche Bahn das absolute Must-Have war. Insgesamt hat sie für neue Notfallkräne 35 Millionen Euro ausgegeben. Grund sei, dass man nun Unfälle schneller beseitigen könne. Ergo: weniger Wartezeit für die Fahrgäste. Für 35 Millionen Euro hätte man aber auch einfach in allen Zügen und größeren Bahnhöfen freies stabiles WLAN einrichten können. Dann ist das mit dem Warten auch nicht mehr so wichtig.

Und nächste Woche?

Werde ich am Montag verschlafen. Mit Absicht. Dann rufe ich H.P. Baxxter an und frage ihn, ob der Fisch noch erhältlich ist.

 

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