Nachbericht: Hurricane Festival 2019

Hier wird's heiß!

Auch in diesem Jahr hat das niedersächsische Städtchen Scheeßel wieder über 70.000 Leute angezogen. Sie alle kommen für das Hurricane-Festival, eines der größten Festivals Deutschlands. Auch unsere Musikredaktion war wieder mit dabei.
Hurricane Festival 2019
Hurricane Festival 2019

Das Hurricane Festival gehört zu den bekanntesten Festivals in Deutschland und findet jedes Jahr parallel zu seinem Schwesterfestival Southside statt. Beim Line Up wurden auch in diesem Jahr keine Mühen gescheut. Sowohl deutsche als auch internationale Musikgrößen waren mit dabei, darunter Tame Impala, Annenmaykantereit und die Foo Fighters.

Für mich war es dieses Jahr mein erstes Hurricane Festival. Was ich da alles so erlebt habe und wen ich musikalisch besonders gut fand, könnt ihr hier lesen.  

Bären und Heringe 

Die Anreise von Bremen mit dem Zug wird uns zum Glück recht einfach gemacht, da das Ticket für die Strecke zwischen Hamburg und Bremen im Festivalticket inbegriffen ist. Der anstrengende Teil der Anreise kommt für uns also erst nach der Zugfahrt: Das Campinggelände des Hurricanes ist nämlich knapp zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt. Das ist vollbepackt in der knallenden Sonne schon recht weit, vor allem weil wir uns ausgerechnet den Campingplatz ausgesucht haben, der am weitesten vom Bahnhof entfernt ist. Die Bärenhöhle, so heißt unser Campingplatz, ist dafür aber auch direkt neben dem Festivalgelände und ganz nah am festivaleigenen Supermarkt. Da die meisten Besuchenden bereits am Donnerstag angereist sind, ist der Zeltplatz schon gut gefüllt. Glücklich für uns, denn der Rest unserer Gruppe ist schon da und wir müssen beim Einlass kaum anstehen.

Früher oder später merkt man ja meistens, dass man irgendwas zu Hause vergessen hat. In unserem Fall geht das ziemlich schnell, da wir schon beim Aufbauen des Zeltes feststellen dürfen, dass uns mindestens die Hälfte der Heringe fehlen. Nachdem dieses Problem gelöst und die ersten Dosenravioli verzehrt sind, geht es dann aufs Festivalgelände.

Tame Impala auf dem Hurricane Festival

 

Der erste Hurricane Act für uns sind die Leoniden. Die liefern wie gewohnt eine ausgelassene Live-Performance, mit ziemlich vielen Moshpits. Trettmann begeistert mich dagegen nicht so sehr wie gedacht. Er macht zwar Stimmung, seine Tracks klingen aber weniger nach Live-Performance, sondern eher nach Studio-Version. Highlight des heutigen Abends sind für mich aber ohne Zweifel Tame Impala. Mit ihrer Ausstrahlung und der unglaublichen Lichtershow schafft die Band um Kevin Parker ein Erlebnis irgendwo zwischen Rock, Meditation und Vernissage.

Hitze, Hitze, Hitze 

Vor allem am Samstag erleben die jährlichen Hurricane Fans das, was es beim Hurricane eigentlich nie gibt: brüllende Hitze. Deshalb wagen wir uns tagsüber recht wenig auf das Festivalgelände und verbringen den Tag eher damit Dosenflunkyball zu spielen und unsere Füße in aufblasbaren Kinderswimmingpools abzukühlen. Musikalisch begleitet wird das Ganze von der Bremen 4 Blaskapelle, die am Nachmittag in der Bärenhöhle spielt.

Die erste Band, die wir heute sehen sind die 257ers. Obwohl ich recht wenige Lieder kenne, reißt mich die Stimmung sofort mit. Das Bühnenbild ist bunt, genauso wie die Lieder der Jungs.

Weniger bunt, dafür deutlich mehr Indie geht es bei The Wombats zu. Die Bühne teilen sich die Briten mit einem großen LED-Wombat, während sich ihre Fans von ihrem rockigen Indie Sound beglücken lassen.

Bei der Performance von Macklemore ist es wie zu erwarten extrem voll. Wer also ganz hinten steht, wird eher von der benachbarten Bühne beschallt als von Macklemores Musik. Für meinen Geschmack ist es ein wenig zu voll, trotzdem gefällt mir die Show recht gut, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass er seinen Song „Wings“ performt.

Unser Abend auf dem Festivalgelände endet mit Steve Aoki, der auf der Bühne mit Torten um sich schmeißt. Dann geht es weiter zum Campingplatz.

Der letzte Tag 

Auf Mavi Phoenix hatte ich mich schon das ganze Wochenende gefreut. Also mache ich mich gegen 12 Uhr auf den Weg zum Festivalgelände, auch wenn das bedeutet alleine hinzugehen. Die Anderen sind nämlich alle noch nicht richtig wach.

Aufgrund der etwas kritischen Uhrzeit ist der Bereich vor der Bühne auch nur spärlich gefüllt. Dafür sind nur Leute da, die Mavi Phoenix wirklich kennen und mögen und eine super Stimmung machen. Leider ist ihr Auftritt schon nach einer kurzen halben Stunde vorbei, trotzdem gehört ihre Performance zu einem meiner Highlights des Wochenendes.

Am frühen Nachmittag geht uns dann endgültig unser Proviant aus. Auf dem Festivalgelände gibt es aber glücklicherweise einen Supermarkt, bei dem man alles Notwendige zu fast normalen Preisen bekommt. Nachdem alle gestärkt und wieder wacher sind, ist es Zeit für den Auftritt von OK Kid. Hier wird’s politisch und direkt danach legt Faber mit nicht weniger kritischen Songs nach. Spätestens als Faber spielt, hat dann jeder einen leichten Sonnenstich, was sich auf jeden Fall positiv in der Stimmung äußert.  

Alle Jahre wieder

Am Montagmorgen ist das Campinggelände leider trotz der Bemühungen der Veranstaltenden ziemlich zugemüllt. Das ist ein wenig frustrierend, aber es sind immerhin genug Menschen unterwegs die alles mitnehmen (leider auch meine Flipflops).

Für uns ist jetzt Zeit wieder zu gehen – erschöpft, glücklich und gut gebräunt. Jetzt heißt es in Erinnerung schwelgen und sich auf das nächste Hurricane freuen.

 

Kommentieren

Auf einen Blick: 

Hurricane Festival

- Wann? 21. - 23. Juni 2019

- Wo? Eichenring Scheeßel 

- Größe? ca. 70.000 Besuchende

alle weiteren Infos findet ihr hier.