Handball

HC Leipzig droht der Zwangsabstieg

Ein Schock für den Handball Club Leipzig – am 1.6. wurde bekannt, dass der Verein für die neue Saison keine Lizenz mehr bekommt und von der ersten in die dritte Liga absteigt. Am 2.6. legte der Club Beschwerde ein. Eine Woche später folgt die Absage.
HC Leipzig Pokalsieger 2014
Anne Hubinger beim Sprungwurf

Sechs Mal wurde die Frauenmannschaft des HC Leipzigs Deutscher Handballmeister. Damit könnte es erstmal vorbei sein. Am Donnerstag den 1.6. teilte die Handball Bundesliga Frauen mit, dass der Verein für die kommende Bundesliga-Saison keine Lizenz erhalten solle und deswegen in die dritte Liga absteigen werde. Der Grund: Der Verein hat 1,3 Millionen Euro Schulden.

Am Freitag den 2.6. legte der HC Leipzig fristgerecht Beschwerde gegen die Entscheidung der Handball Bundesliga Frauen ein. „Nach ausführlicher interner Beratung unter Hinzuziehung von erfahrenen Juristen vertritt der HCL die Auffassung, dass die Entscheidung vom 1.6. 2017, die Lizenz nicht zu erteilen, seitens der HBF fehlerhaft ist“, hieß es in einer Mitteilung des HCL. Da es sich um ein verbandsinternes Verfahren handele, werde der HC Leipzig zu den Inhalten des Verfahrens öffentlich keine Stellung nehmen, hieß es weiter.

Gescheiterter Finanzierungsplan

Die Beschwerde werde nun geprüft, sagte Berndt Dugall, Vorsitzender der Handball Bundesliga Frauen am 2.6.. Der HCL steht mit seinen 1,3 Millionen Euro Schulden vor der Insolvenz und erfüllt damit die finanziellen Voraussetzungen für die Bundesliga nicht. Zwar gab es einen Finanzierungs- und Sanierungsplan, die Stadt Leipzig hatte 200.000 Euro Zuschuss zugesagt. 600.000 Euro sollten von privaten Investoren kommen, 300.000 Euro durch Gläubigerverzichte und 100.000 Euro durch Spenden. Doch der Plan ging nicht auf, es fehlen Gelder.

Sollte der Einspruch abgelehnt werden, steigt der HCL in die regionale dritte Liga ab, hieß es zu dem Zeitpunkt. Das finanzielle Problem verschwindet damit aber nicht. Das hat auch für die Mannschaft verheerende Folgen: Die beiden Nationalspielerinnen Luisa Schulze und Katja Kramarcyk sind schon während der Saison gegangen, sechs weitere Top-Spielerinnen werden den Verein zum Ende der Saison verlassen. Was mit Trainer Norman Rentsch und den verbleibenden Spielerinnen passiert, ist unklar.

Moderator Thilo Körting im Gespräch mit mephisto 97.6 Redakteurin Isabell Bergner über die Probleme beim HC Leipzig:

Isabell Bergner im Studiogespräch über HC Leipzig
 

Beschwerde abgelehnt

Eine Woche nach Einlegung der Beschwerde teilte der Verein mit, dass diese nun abgelehnt wurde. Das Verfahren läuft also weiter. Laut Bernd Dugall, gäbe es nun die Möglichkeit sich an ein Schiedsgericht zu wenden. Diese Möglichkeit bestehe, weil Bestandteil des Lizenzierungsverfahrens für die Mannschaft ein Schiedsvertrag ist. Dieser ermögliche es das Schiedsgericht in streitigen Situationen anzurufen, so Dugall. Eine Einschätzung über eine mögliche Entscheidung wollte er nicht abgeben. Zwangsabstiege durch Nichterfüllung der Linzenzauflagen gebe es laut ihm nicht besonders häufig:

Das ist ein seltener Fall. Aber man kann sagen, alle fünf bis sechs Jahre kommt das einmal vor.

Bernd Dugall 

Moderatorin Lisa Tuttlies berichtet von dem abgelehnten Beschwerdeantrag:

Lisa Tuttlies über den abgelehnten Beschwerdeantrag
 
 

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Isabell Bergner
02.06.2017 - 19:15
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