Pflege- und Ärztetag

Hauptthema Palliativmedizin

Zum vierten Mal hat der Sozialarbeiter-, Pflege- und Ärztetag in Leipzig stattgefunden. Im Diakonissenkrankenhaus gab es mehrere Vorträge und Gesprächsmöglichkeiten. Hauptthema dieses Jahr war die Palliativmedizin.
Auf dem vierten Ärztetag wurde unter anderem über Palliativmedizin und Sterbehilfe diskutiert.

Bei Palliativmedizin handelt es sich um die letzten Behandlungen für Patienten, deren Ableben nicht mehr zu vermeiden ist. Seit den 70er Jahren steigt die Bedeutung der Palliativmedizin stetig an. Auch in Deutschland widmet man diesem Feld mehr Aufmerksamkeit. Leipzig hat drei Palliativstationen für Erwachsene. Es gibt ambulante Dienste, diverse ehrenamtliche Mitarbeiter und zwei Hospize. Die decken zwar noch nicht den ganzen Bedarf ab, aber vergleicht man die Versorgung mit anderen Standorten, schneidet Leipzig gut ab.

Der Ablauf einer Behandlung

Der Oberarzt der Palliativstation am St.-Elisabeth-Krankenhaus Dr. Martin Kamprad weiß, wie so eine Behandlung abläuft: Patienten, die beispielsweise Darmkrebs haben, kommen mit starken Schmerzen auf die Station. Da ihr Krebs nicht heilbar ist, wird nun versucht, ihre Beschwerden unter anderem mit Medikamenten zu lindern. Solche Behandlungen sind meist stationär. Es ist aber auch möglich, Patienten ambulant zu versorgen. Dann kommen sie zu medizinischen Behandlungen ins Krankenhaus, können aber die meiste Zeit zu Hause verbringen. Um die Betreuung dort zu verbessern, werden sehr oft Pflegedienste zur Verfügung gestellt. Die Palliativstation bietet seelischen Beistand für die Patienten an, um ihnen zu helfen. Aber auch die Angehörigen können, seelische Betreuung in Anspruch zu nehmen.

Sterbehilfe, ja oder nein

Die palliative Medizin betreut die Patienten während des Sterbens. Deshalb stellt sich die Frage, inwiefern die aktive Sterbehilfe dabei eine Rolle spielen könnte. In Deutschland ist die gesetzlich verboten und wird in der palliativen Medizin nicht angewandt. Das gehe auch ohne aktive Sterbehilfe gut, meint Dr. Kamprad.

Die Bedeutung der palliativen Medizin nimmt auch weiterhin zu. Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung in Deutschland und die damit verbundenen unheilbaren Erkrankungen. Demnach ist es vor allem problematisch, den ländlichen Raum mit Betreuung abzudecken. Der Bedarf an Einrichtungen steigt jährlich.

Redakteur Philip Fiedler mit Informationen zur Palliativmedizin:

Philip Fiedler über die Palliativmedizin
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