Theatereröffnung: Ost-Passage Theater

"Hast du schon 'ne Karte?"

Letztes Wochenende hat das Ost-Passage Theater auf der Eisenbahnstraße seine Pforten geöffnet. Nach einer langen Umbauphase soll hier ein Nachbarschaftstheater entstehen. Das heißt: Es gibt kein festes Ensemble, sondern alle können mitmachen.
Das Ost-Passage-Theater in der Eisenbahnstraße ist seit dem 09. März geöffnet.

Als Markthalle erbaut, wurde das Gebäude kurz darauf als Lichtspieltheater bespielt. Der Raum hat eine gewölbte Decke. Die Wände sind brüchig verputzt. Das Theater ist recht dunkel und atmosphärisch in Rot und Lila beleuchtet. Die Stimmung ist spannungsvoll, als könnte heute noch alles passieren. Auf der einen Seite spielt eine zehnköpfige Band. Auf der anderen Seite befindet sich eine Bar, die Toiletten und der Eingang. In der Mitte ist eine große viereckige Säule, um die herum ein Podest aufgebaut ist. Darauf sitzen ein paar Leute. Die Veranstaltung ist ganz gut besucht. Die Stimmung ist angenehm. Viele tanzen.        

Ein Mann spricht mich an. Er heißt Daniel und steht hinter einem provisorischen Tresen. Er hat schulterlange Haare und trägt eine Brille. Er wirkt interessiert und hat eine offene Ausstrahlung. Er erzählt, was er heute hier macht.

 Ich begrüße die Gäste, manage die Reservierungsliste und versuche, ein bisschen die Ordnung auf der Treppe zu arrangieren. Ich bin Teil von den Leuten, die 2011 die Initiative mitgegründet haben.

Daniel Schade, Pressesprecher des Ost-Passage Theaters

Obwohl Daniel in einer Ecke steht, ist er einer der zentralen Personen des Abends. Alle müssen an ihm vorbei. Regelmäßig sammeln sich hier seine Freund*innen, Bekannte vom Theaterteam und Gäste. Sie verfallen in Gespräche - mal philosophischer, mal ganz praktischer Natur.

Neben der Frage, wann man hier rauchen kann, interessieren sich zwei Frauen, auch dafür, was vor dem Theater in dem Gebäude war. Das Gründerzeitgebäude wurde 1912 zum Lichtspieltheater umgebaut. Das ist eine Art altmodisches Kino. Seitdem trägt es den Namen „Ost-Passage Theater“. 50 Jahre später wurde das Kino wegen bautechnischer Mängel und fehlender Sanierungsgelder geschlossen. Trotz einiger Zwischennutzungen verfiel es immer mehr.

Die beiden Frauen erzählen, was sie vom Theater halten:

Das ist die coolste Location, die ich je gesehen habe. Leider haben wir das Theater hier nicht gesehen, weil die Karten schon ausverkauft waren.

Besucherin bei der Eröffnung

Baustart im Theate
Daniel spricht über die mehr als 3000 Stunden Arbeitszeit, die ins Projekt flossen. Er sagt, dass das Team jetzt sein Traum leben kann. Aber er merkt auch an, dass ab jetzt andere Herausforderungen anstehen: Veranstaltungen organisieren, den Raum sauber halten, mit den Nachbar*innen klarkommen - vor allem auch mit Aldi als kritischen Nachbar, werden jetzt Themen sein.

Die komplette Arbeit ehrenamtlich zu stemmen, wie es das Theater aktuell macht, könnte ein großes Problem werden. Denn das bringt die Menschen, die sich engagieren, an die Belastungsgrenze. In Zukunft müsse sich da ein anderer Weg gefunden werden.

"Ich bin eher der, der die Probleme am Horizont sieht, um sie frühzeitig bekämpfen zu können."

Daniel Schade, Pressesprecher des Ost-Passage Theaters

Grünes Neontape ist auf die Holztreppen, die zum Ausgang führen, geklebt. Draußen angekommen, wird es eindeutig kälter. Einige Gruppen stehen, in Gesprächen vertieft, vor dem Eingang. Christopher war im Planungsbüro tätig und erzählt über das Theater. Er berichtet, das die Planung und die Leitung für den Umbau des Theaters schön waren, obwohl es viel Zeit in Anspruch genommen hat. Christopher ist mit dem Ergebnis zufrieden. Zum Schluss spricht er noch über die Zukunft des neuen Ost-Passage Theaters. Das Theater hat jetzt erstmal ein 15-jährigen Mietvertrag.

Ich hoffe mal auf 15x15 Jahre Ost-Passagen Theater, in denen es hier ordentlich Kultur und Subkultur gibt.

Christopher, Planungsbüro, Ost-Passage Theater

Im Theater geht es inzwischen heiß her. Die Band spielt, die Gäste und Veranstalter*innen trinken, quatschen und tanzen. Alle voller Vorfreude, was an diesem Ort noch entstehen kann.

Den Beitrag hören Sie hier: 

Eine Reportage von Lena Hähnchen

Daniel Schade und Christopher vom Theater

zwei Besucherinnen

Reportage Ost-Passage-Theater

 

 

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