GameCheck: Pokémon Ultrasonne

Händchenhalten auf der Inselwanderung

Die Pokémon-Reihe gehört zu den erfolgreichsten Spieleserien überhaupt. Jedes neue Spiel der kleinen Taschenmonster scheint die Menschen in einen neuen Pokémon-Hype verfallen zu lassen. Doch ist das Spielprinzip nicht bald ausgereizt?
Pokémon Ultrasonne
Bietet Pokémon Ultrasonne neues zum Vorgänger?

Alles ein bisschen Ultra?

Am 17. November 2017 hat Nintendo die wohl letzten Pokémon-Spiele für den Nintendo 3DS veröffentlicht: „Pokémon Ultrasonne/Ultramond“. Leistungsmäßig gelangen die 3DS-Geräte an ihre Grenzen, es kann zu Ruckeln und Grafikproblemen kommen. Es wird vermutet, dass die kommenden Pokémon-Teile dann entweder für die Nintendo Switch raus kommen oder dann auf der nächsten Handheld-Generation von Nintendo.

Eine Zusatzedition ist schon der seit Gelben Edition, also der ersten Generation Pokémon, fast Pflicht bei Nintendo geworden. Nur ein Jahr nach „Pokémon Sonne/Mond“ erscheinte also der Nachfolger. Spielefans stellen sich dazu die berechtigten Fragen: Warum sollte man sich die neuen Spiele kaufen? Und was hat sich geändert zum Vorgänger der Reihe?

Langatmig für erfahrene Spieler

Auf den ersten Blick: nichts. Wie schon bei Sonne/Mond ist Handlungsort in der Insellandschaft Alola. Und auch in den ersten circa 20 Stunden hat man als Spieler starke Déja-Vus zur Handlung von Sonne/Mond. Als Spieler des Vorgängers ist der Beginn also ziemlich langatmig. Was komplett gleichgeblieben ist, ist ein ziemlich langes Tutorial – die komplette erste Insel auf der man zu Beginn schon einige Stunden zubringt. Nach mehr als 20 Jahren Pokémon Erfahrung sollte man meinen, die Pokémon-Spieler müssen nicht mehr so sehr an die Hand genommen werden.

Pokémon auf Inseln

Die Aufgabe: Als junger Pokémon-Trainer geht es auf Inselwanderschaft. Mithilfe eines Startpokémons (Feuer, Pflanze, Wasser) stellen wir uns alten und neuen Monstern und versuchen so viele wie möglich der kleinen Tierchen zu fangen und zu trainieren. Wie immer stehen uns andere Trainer und Bösewichte als Prüfung gegenüber. Statt Arenaleitern stehen uns zwar Inselkönige gegenüber bei denen wir Inselabzeichen sammeln, statt Arenaorden, allerdings hat sich in den Arenen kaum etwas geändert. Neu sind die auch die Bösewichte bei Ultrasonne/Ultramond: So mischt uns nicht mehr nur Team Skull, sondern auch das neue Ultraforscherteam auf. Diese bringen auch eine neue Storyline mit sich, zu der muss man aber auch wie zum Endgame erst vordringen. 

Pokémon Ultrasonne
 

Alt und doch Neu

Auch im Endgame hat sich einiges geändert. War Sonne und Mond einigen Spielern zu einfach, könnte für diese Spieler Ultrasonne und Ultramond etwas sein. Denn dort wurde an der Schwierigkeit nachgebessert. Nach den Top 4 endete das Endgame nicht mehr, sondern es startet eine neue Story mit mehr Möglichkeiten.

Auch leidenschaftliche Sammler kommen bei Ultrasonne/Ultramond mehr auf ihre Kosten. Über die Inseln verteilte Herrschersticker kann man gegen alte legendäre Pokémon tauschen. Es scheint, als seien Ultrasonne/Ultramond ein Best-Of der vergangenen 20 Jahre Pokémon-Geschichte.

Auch neu ist das sogenannte Mantax-Surfen. Wem das reisen von Insel zu Insel mit der Fähre zu langweilig ist, kann sich die Reise mit diesem kleinen Minispiel versüßen. Mithilfe von Tricks sammelt man Punkte, die man dann gegen besondere Items eintauschen kann.

Fazit

Die neuen Pokémon-Teile Ultrasonne und Ultramond recyceln zum großen Teil die Handlung der Vorgänger. Wem die zu Beginn mindestens 20 Stunden gleiche Inselwanderschaft zu langweilig ist, wird sich an dem Spiel nicht erfreuen. Hat man diese 20 Stunden allerdings erst einmal überstanden und das Endgame erreicht, kann man sich über ein komplexeres, schwierigeres und auch neues Spiel freuen. Auch Jäger und Sammler sollten lieber zum neuen Spiel greifen, hier ist die Auswahl mit über 400 Taschenmonstern einfach größer.

 

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Conny Poltersdorf
04.04.2018 - 12:16
  Games

Pokémon Ultrasonne/Ultramond

 

Entwickler: GAME FREAK Inc.

Publisher: Nintendo / The Pokémon Company

Plattformen: Nintendo 3DS

Kosten: ab 35€