Bundestagswahl

Grünen-Direktkandidat Volker Holzendorf

mephisto 97.6 stellt die Leipziger Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor. Diesmal: Volker Holzendorf. Er kandidiert für Die Grünen im Wahlbezirk Leipzig-Nord. Wir haben mit ihm gesprochen.
Volker Holzendorf kandidiert für den Bundestag.
Volker Holzendorf (Die Grünen) tritt im Wahlkreis I Leipzig an.

Ein wenig verspätet, aber gut gelaunt trifft Volker Holzendorf in der mephisto 97.6 Redaktion ein. Er entschuldigt sich: Die Arbeit, das kenne man ja. Der 45-jährige Grünenpolitiker trägt ein rot kariertes Hemd, dazu kurze Hosen. Auf der Nase: eine kantige Brille in Holzoptik.

Volker Holzendorf ist schon voll im Wahlkampfmodus, Flyer und Visitenkarten stets im Revers: „Zukunft beginnt mit Klimaschutz“ steht darauf. Mit seinem Leidenschaftsthema legt er dann auch gleich los:

Also das größte Problem der Menschheit ist zurzeit, dass wir mehr Ressourcen verbrauchen als die Welt zur Verfügung stellt. Damit zerstören wir unsere Lebensgrundlage. Wir haben nur diese eine Welt, wir haben keinen Planet B. Und das ist für mich der Antrieb zu sagen – meine Kinder sollen auch mal irgendwann so leben können wie ich.

Seit den 1990ern bei den Grünen

Bei den Grünen setzt sich Volker Holzendorf schon seit Mitte der 90er Jahre für mehr Klimaschutz ein: damals noch in Dresden, jetzt in Leipzig. Berufspolitiker ist er aber bislang nicht. Der Job als Stadtbezirksbeirat in Leipzig – ein Ehrenamt.

Denn eigentlich ist der Grüne Biometriker und arbeitet am Zentrum für klinische Studien in Leipzig. Nun kandidiert Volker Holzendorf für den Bundestag. Dort würde er sich neben dem Klimaschutz gern für eine neue Verkehrspolitik einsetzen. Ein wenig mehr in Richtung Fahrradförderung und ÖPNV-Förderung zu denken, wäre sein Anliegen im Bundestag.

Politisiert durch die Wende

Volker Holzendorfs politisches Interesse wurde mit der deutschen Wiedervereinigung geweckt. Aufgewachsen im baden-württembergischen Winnenden, geht er bald nach Stuttgart – zum Studium. Doch um den Wendeprozess aktiv miterleben zu können, folgt Anfang der 90er Jahre der Wechsel nach Sachsen. Die Erfahrungen hier, sie sind auch Impuls für ihn, politisch aktiv zu werden.

Dieses Anschauen: Wie kann man die zwei verschiedenen deutschen Hälften, die in den 90er Jahren noch deutlicher sichtbar waren, begleiten. Das war schon meine Motivation, in die Politik zu kommen.

Besonders wichtig ist Volker Holzendorf seitdem, die demokratischen Rechte und Freiheiten zu verteidigen. Dennoch: Einen weiteren Auftrieb rechter und rechtsextremer Gruppen fürchtet er nicht. Im Wahlkampf habe er gespürt, dass viele Menschen nach Ereignissen wie dem Brexit und der US-Präsidentschaftswahl umdenken würden.

Einzug in den Bundestag unrealistisch

Auf den bisherigen Wahlkampf seiner Partei blickt Volker Holzendorf zufrieden zurück. Querschläger von Parteikollegen wie Winfried Kretschmann würden meist erst von den Medien konstruiert, sagt er. Der 45-Jährige selbst setzt vor allem auf Haustürwahlkampf – und geht etwa in seinem Stadtteil Lindenau mit Flyer und Parteiprogramm von Tür zu Tür. Dass er demnächst vielleicht selbst im Bundestag sitzt, glaubt er aber nicht.

Die Grünen haben bisher immer 2 reingekriegt. Wir kämpfen gerade dafür, dass wir 3 Kandidaten reinbekommen. Und damit ist dann Platz 6 eigentlich nicht realistisch.

Für Volker Holzendorf ist der Wahlkampf aber noch lange nicht vorbei. Für seine Partei macht er selbstverständlich weiter, das große Ziel, den Klimaschutz, stets im Blick. Außerdem, so sagt er, müsse man einfach nur besser sein als die anderen.

Das Porträt des Direktkandidaten gibt es hier zum Nachhören:

Volker Holzendorf im Porträt - ein Beitrag von Magnus Raab.
Volker Holzendorf im Porträt - ein Beitrag von Magnus Raab.
 

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