Elektromobilität

Grün, grüner, grünes Leipzig

Schon vor dem Dieselskandal hat sich Leipzig als grüne Stadt präsentiert. „Elektromobilität spielt in Leipzig eine herausragende Rolle“, heißt es auf der Website der Stadt. Doch was genau bedeutet das?
Grüner Strom aus der Steckdose?
Grüner Strom aus der Steckdose?

Ende 2015 sprach sich der Leipziger Stadtrat für das Ziel aus, eine "Stadt für intelligente Mobilität" zu entwickeln. Einem Beschluss dazu wurde zugestimmt. Anfang dieses Jahres wurde dann das Maßnahme- und Umsetzungskonzept "Leipzig - Stadt der intelligenten Mobilität" beschlossen. Inhalt dessen ist zum Beispiel, die Flotte der Stadt mit mehr Elektroautos zu versorgen. Mittlerweile besitzt sie um die 90 Elektroautos, mit denen das Personal fahren kann. Auch mit dem Ausbau hat sich Leipzig auf Platz drei der meisten Ladestationen gebracht - 67 sind in der Stadt verteilt. Des Weiteren wird das Car- und Fahrrad-Sharing-Angebot weiter ausgebaut.

Dazu kommentiert Christian Grötsch, der für das Cluster Energiemobilität arbeitet und damit auch an der Umsetzung des Maßnahmenkonzepts beteiligt ist:

Wenn man es auf die Zahlen runterbricht, sind wir letzten Endes genauso weit wie jede andere Kommune. (…) Das muss man einfach ganz nüchtern so sehen – im schlechten Durchschnitt. (…) Was die Bemühungen angeht, die Voraussetzungen zu schaffen, hat die Stadt Leipzig sehr viel getan.

 Christian Grötsch

Kritische Stimmme

Tino Supplies, der bei den Ökolöwen arbeitet, stimmt dem zwar größtenteils zu, übt aber auch Kritik aus. Der Fokus der Stadt läge zu sehr auf Elektromobilität und die Alternativen würden nicht genug behandelt. Sein Vorschlag liegt außerhalb des Autos.

Wir sagen, wenn ihr Umwelt schützen wollt im Verkehrsbereich, dann macht es doch gleich richtig und fördert das Rad, den Fußverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr. Damit erzielt man deutlich größere Effekte.

Tino Supplies

Im Programm der Stadt steht auch, dass die Elektroautos zu 100 Prozent grünen Strom verwenden würden. Zunächst verwundert das, da ja in Deutschland eigentlich nur um die 30 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien bezogen werden. Christian Grötsch erklärt, dass die Stadt Leipzig für ihre Ladestationen einen Stromvertrag für 100 Prozent Öko-Strom hätte. Dadurch könnte man sagen, dass Leipzig nur sauberen Strom an den Ladestationen verwende.

Das norwegische Konzept

Länder wie Norwegen sind da deutlich weiter, wobei man auch den Vorteil ihrer geografischen Lage nicht vergessen sollte: Laut der Zeit bezieht das Land 95 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft. Auch versuche man beispielsweise in Oslo ab 2025, keine Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen.

Auch wenn der Strom in Norwegen grüner ist als in Deutschland, ist dadurch noch nicht das Problem der Energie aufwendig produzierten Batterie gelöst. Um das zu beheben, wird aber bereits getüftelt. Ein Ansatz ist, den Motor mit Wasserstoff zu füttern. Das Gute daran ist, dass Wasserstoff aus Wind und Sonne gewonnen werden kann. Eine andere Möglichkeit wäre das induktive Laden von Autos. Hier wird elektrische Spannung erzeugt. Die elektrische Ladung kann nur durch Berührung übertragen werden.

Egal ob es nun letztendlich auf Wasserstoff, induktives Laden, Elektromobilität oder doch etwas ganz anderes hinausläuft, steht fest, dass auf lange Sicht, Verbrennungsmotoren keine Option sind. Bis dahin muss aber noch eine Menge geforscht werden, um eine wirkliche grüne Alternative zu schaffen.

Ein Beitrag von Sophia Kratz zu "E-Mobilität in Leipzig"
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