Infrastruktur

Großer Bahnhof für Fernbusse

Wie viele andere Städte, war auch Leipzig auf den Boom der Fernbusse nicht vorbereitet. Bislang halten die Busse in der Goethestraße, wo es sehr eng ist. Ab März beginnt deshalb der Bau eines Busbahnhofs neben der Ostseite des Hauptbahnhofs.
So könnte der neue Fernbusbahnhof hinter dem Leipziger Hauptbahnhof aussehen.
So könnte der neue Fernbusbahnhof hinter dem Leipziger Hauptbahnhof aussehen.

Viel Gedränge in der Goethestraße

Wer schon einmal von der Goethestraße aus mit dem Fernbus gefahren ist, kennt das Bild: Es stehen drei Busse hintereinander und davor gibt es ein unübersichtliches Gewirr aus Rollkoffern und einsteigenden Fahrgästen. Die Goethestraße ist als Haltepunkt für Fernbusse ungeeignet. Zudem müssen ankommende Busse eine Runde um den Augustusplatz fahren, um zur Haltestelle zu gelangen - denn die Goethestraße ist eine Einbahnstraße. Wie viele Städte in Deutschland, wurde auch Leipzig vom Boom der Fernbuslinien überrascht und konnte bislang keinen geeigneten Haltepunkt einrichten. Ab März soll nun ein Busbahnhof an der Ostseite des Hauptbahnhofs entstehen.     

Komplex aus Busbahnhof, Hotel und Parkhaus

Geplant ist ein komplexer Bau, in dem sowohl der Busbahnhof als auch zwei Hotels und ein Parkhaus Platz finden. Für Fahrgäste der Fernbusse wird es einen beheizten Warteraum sowie einen Informationsstand geben, an dem sie sich über Verspätungen informieren können. Das Parkhaus wird 550 Stellplätze vorhalten. Die Fahrgäste können von dem Parkhaus mit dem Fahrstuhl zu den zwölf Bussteigen gelangen. Das Dortmunder Architekturbüro Gerber hat sich mit seinem Entwurf durchgesetzt. Eckhard Gerber lobt an seinem Entwurf, dass er nicht stark in den Stadtraum hineinwirkt:

Es wird eine Anlage sein, die sich gut in die vorhandene Stadtstruktur einbindet und mit der Fassade des Hauptbahnhofs Ostseite, dem Willy-Brandt-Platz und dem gegenüberliegenden Victor's-Residenz-Hotel einen schönen Platz bildet.

Eckhard Gerber, Architekturbüro Gerber

Das Projekt wird von den privaten Firmen OPG Center-Parking und 4Service betrieben, die insgesamt 15 Millionen Euro in den Komplexbau investieren möchten. Zusätzlich wird die Stadt noch einen Langzeitparkplatz für die Busse einrichten, denn in dem neuen Bahnhof können die Busse nur kurz halten. Dafür möchte die Stadt zwei Millionen Euro ausgeben. Der Bau soll später im Jahr beginnen.

Noch keine Änderungen im Busnetz

Die Stadt Leipzig sucht schon seit einigen Jahren nach einer besseren Lösung für den Haltepunkt der Fernbusse. Die Goethestraße könne man als Haltestelle nicht dauerhaft nutzen, meint Michael Jana, Leiter des Tiefbauamtes. Der geplante Standort sei ideal, da er citynah sei und eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr biete. Die Initiative der privaten Investoren entlaste zudem die Stadtkasse. Ende 2017 soll bereits der Probebetrieb bei dem neuen Busterminal beginnen. Zum Ende des kommenden Jahres ist die Fertigstellung des Baus vorgesehen. Vorteile durch das neue Busterminal verspricht sich auch der größte Fernbus-Anbieter Flixbus:

Es gibt viele Vorteile für die Fahrgäste: Es gibt eine Überdachung, man muss nicht mehr im Regen stehen, der Bahnhof wird viel übersichtlicher sein und die Verkehrssicherheit wird sich erhöhen. Wir freuen uns, dass wir künftig neue Linien in Leipzig starten können und durch die erhöhte Kapazität auch den Raum haben, das zu tun.

Marie Gloystein, Pressesprecherin Flixbus

Konkrete Pläne, wegen des neuen Busbahnhofs die Verbindungen von und nach Leipzig auszubauen, gibt es von Flixbus jedoch noch nicht. Man plane derzeit bis Sommer 2017.

mephisto 97.6 Redakteurin Lisa Tutties über die Einzelheiten über die Baupläne des neuen Busbahnhofes:

mephisto 97.6 Moderatorin Isabel Woop im Gespräch mit Redakteurin Lisa Tutties
 

mephisto 97.6 Moderatorin Isabel Woop im Gespräch mit Redakteurin Lisa Tutties 

 

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Carsten Fiedler
27.01.2017 - 13:29