Kunstprojekt in Grünau

Geschichten aus der Platte

Der Stadtteil Grünau wird 40 Jahre alt - Grund genug, um mit dem alten Klischee der hässlichen Plattenbauten aufzuräumen.
Grünau im Westen Leipzigs trägt ein eher heruntergekommenes Image

Plattenbau und Kunst? Passt das zusammen?

Seit 40 Jahren gibt es nun schon den Stadttteil Grünau. Doch viele denken dabei eher an Hochhäuser, unzählige Balkons und eine triste Gegend. Das Kunstfestival Raster:Beton will dem nun ein Ende bereiten und bietet seit Mitte Juni bis Ende Juli Ausstellungen, Vorführungen und Diskussionsrunden über Geschichten des Viertels und seine Bewohner an. Ein besonderes Projekt ist dabei das der Künstler vom STUDIO URBANISTAN mit dem Titel "Looking at your window is like looking inside you", zu Deutsch "In dein Fenster zu schauen, ist wie in dich hinein zu schauen". Die beiden Künstlerinnen Jule und Clara haben dort ein ganzes Haus in eine Bühne verwandelt und bieten mit ihrem Performance-Projekt einen völlig neuen Blickwinkel auf die Geschichten des Viertels. 

 

Das Projekt ist so konzipiert, dass man von außen auf die Balkons schauen kann und nebenbei, per Kopfhörer, Aufnahmen aus Interviews mit den Bewohnern Grünaus hören kann. Zwischendurch stellen sie dann einzelne Szenen dar, die laut Jule und Clara ganz alltäglich in dem Viertel passieren. Zwischendurch würden die Darsteller auch selbst Geschichten erzählen.

Man guckt an diese Fenster und kommt vielleicht mit einem bestimmten Image in die Situation. Im Laufe der Performance kann man dann auch in die Menschen hineinschauen.

Grünau endlich attraktiver machen?

Bezüglich des schlechten Images, das das Viertel prägt, haben Jule und Clara eine eher positive Haltung. Sie meinen, dass sich Veränderungen auf jeden Fall durch den Zuzug von jungen Familien oder ehemaligen Bewohnern des Stadtteils zeigen würden. Ein Grund dafür sei unter anderem die Gentrifizierung.

 

Ich glaube, dass Grünau auch ein Viertel für Menschen sein kann, die Freiräume suchen, gerade durch die leerstehenden Schulen. Ich kann mir vorstellen, dass sich das durch den demographischen Wandel und den Generationenwechsel ändert - vielleicht ist das ja dann eine Chance.

Welche Geschichte den zwei Künstlerinnen bei der Ausarbeitung des Projekts im Umgang mit den Bewohnern besonders gefallen hat, verraten sie mephisto 97.6-Redakteur Lars-Hendrik Setz im Interview:

Redakteur Lars-Hendrik Setz im Gespräch mit Jule und Clara vom STUDIO URBANISTAN
 
 

Kommentieren