Numerus Clausus

Gerechtigkeit im Zulassungsverfahren?

Immer mehr Studiengänge haben eine Zulassungsbeschränkung. Oft entscheidet die Abiturdurchschnittsnote über die Zukunft der Bewerbenden. Das ist sehr umstritten, denn viele Bewerber finden das Verfahren ungerecht. Doch das kann sich bald ändern.
Die Universität Leipzig
Etwa die Hälfte der Studiengänge an der Universität Leipzig sind zulassungsbeschränkt

1,0. Für viele ist das eine utopische Note im Abitur. Dennoch sind so gute Noten oft eine Voraussetzung, um für einen Studiengang zugelassen zu werden. Bei den meisten entscheiden neben der Abiturdurchschnittsnote noch die Wartesemester über die Zulassung. Warten kann man auf die Studiengänge teilweise sehr lange. Die Wartezeit für Humanmedizin in Leipzig liegt aktuell bei 12 Semestern, also 6 Jahren. Das soll sich aber ändern.

Neue Regelung der Auswahlkriterien

Auslöser ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts. Bis Ende 2019 müssen Bund und Länder die Auswahlkriterien neben der Abiturdurchschnittsnote neu regeln. Davon ist auch die Universität Leipzig betroffen.

Klar ist: Die Abiturnote spielt eine zentrale Rolle, darf aber nicht alleine eine Rolle spielen. Wartezeit fällt raus, Kriterien, die aufwendig sind, wie Einzelnoten in Fächern oder Auswahlgesprächen gehen in der ersten Stufe nicht.

Klaus Arnold, Leiter des Studiensekretariats der Universität Leipzig

Stattdessen sollen nun weitere Kriterien herangezogen werden, wie zum Beispiel Studierfähigkeitstests oder Berufsabschlüsse. Wie das genau aussehen wird, steht erst im Oktober fest.

Einfache und gerechte Lösung

Durch die neuen Kriterien soll mehr Gerechtigkeit im Zulassungsverfahren geschaffen werden. Sofern das gerecht sein kann. Denn es wird immer Bewerber geben, die nicht zugelassen werden können. Darum ist das Credo des Studiensekretariats "So einfach, wie's geht". Und am einfachsten ist nun mal die Abiturdurchschnittsnote. Zumindest vorerst. Denn in Zukunft soll den Universitäten eine neue Software zur Verfügung stehen, die Auswahlkriterien noch besser verwaltet.

Schlussendlich müssen Bewerbende nachsichtig sein. Die Kapazitäten der Universitäten sind beschränkt und somit auch die Studienplätze. Gerade bei Fächern wie Medizin müssen Bewerbende oft in den sauren Apfel beißen. Denn die Noten sagen wenig über ihre Kompetenzen aus. Aber sie sind ein gut umsetzbares Kriterium. Und auf was sollte man sich auch sonst einigen? Bisher kommt ein Großteil der Studienbewerber mit dem Zulassungsverfahren zurecht. Und eine gute Alternative für die Zukunft gibt es noch nicht.

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Ein Beitrag von Laura Kreuzhage
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Laura Kreuzhage
24.08.2018 - 15:14