Ehrung für Leipziger Schriftsteller

Gedenktafel für Erich Loest

Das Leben von Erich Loest verlief zwischen den Extremen wie kaum ein anderes. Er durchlebte vier politische Systeme, einen Krieg und eine politische Gefangenschaft. Zu seinem fünften Todestag wurde er nun mit einer Gedenktafel geehrt.

Unter Hitlers Macht

Erich Loest wurde 1926 in der sächsischen Kleinstadt Mittweida geboren. Er war sechs Jahre alt als Hitler mit seiner Partei die Macht ergriff. Seine Kindheit und Jugend war von nationalsozialistischem Gedankengut geprägt. So wurde er Mitglied der Hitlerjugend und später der nationalsozialistischen Untergrundbewegung Werwolf.

Mitglied der SED

Nach dem zweiten Weltkrieg brachte ihm die SED Regierung der DDR neue Hoffnung und etwas woran er glauben konnte. Er trat der Partei bei und schrieb für die Leipziger Volkszeitung. Doch bald lernte der Schriftsteller das Regime von seiner dunklen Seite kennen. Er veröffentlichte seine Erfahrungen in Romanen und eckte damit an. Schließlich wurde er unter dem Vorwurf ‘Kontrarevolutionäre Gruppenbildung‘ nach Bautzen II gebracht. In dem berüchtigten Gefängnis für politische Gefangene verbrachte Loest sieben Jahre.

Sie haben sieben Jahre meines Lebens herausgeschnitten und ich hab noch einmal solange gebraucht [...] bis ich wieder gesund war.

Erich Loest im Rahmen einer 3sat Reportage

Zurück in die Freiheit

Nach seiner zurückerlangten Freiheit, veröffentlichte er mehrere Bücher unter Pseudonymen. Doch er wurde weiterhin von der Stasi überwacht und bespitzelt. 1981 erhielt er die Möglichkeit die Republik zu verlassen. Doch die Stadt Leipzig ließ ihn nicht los. Sie wurde immer wieder Schauplatz seiner Geschichten. ‚Völkerschlachtdenkmal‘ und ‚Nikolaikirche‘ so heißen zwei seiner bekanntesten Werke. Nach der Wende kehrte Loest zurück in seine liebgewordene Wahlheimat. Hier schrieb er weiterhin Bücher und wurde schließlich zum Ehrenbürger der Städte Leipzig und Mittweida.

 

Gedenktafel Erich Loest

Seine Bücher und Geschichten sind von seinen eigenen Erfahrungen geprägt und machen ihn zu einem wichtigen Chronisten der deutschen und der Leipziger Geschichte.  Die Gedenktafel wurde nun an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Kasseler Straße angebracht und soll an das Lebenswerk des Schriftstellers erinnern.

 

Der Beitrag zum Nachhören:

Der Bericht von Felina Czycykowski
LoeSt

 

 

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Kristina Di Bella
12.09.2018 - 19:16
  Kultur