Fantasy Filmfest 2018

Future World: Endzeit auf Sparflamme

In der Karriere des Schauspielers James Franco geht es offenbar auf und ab. Der Endzeitfilm "Future World" ist zweifelsohne ein neuer Tiefpunkt auf mehreren Ebenen.
Szene aus "Future World"
Auf der Flucht vor dem eigenen Drehbuch

Es ist mal wieder das Ende der Welt angebrochen. Die Menschheit hat einen großen Sprung in der Wissenschaft erlebt, intelligente Roboter erschaffen, um sie gegeneinander als Waffen einzusetzen. Nach einer Reihe verheerender Kriege liegen die Städte in Trümmern und Seuchen breiten sich rasend schnell aus. Mitten in in der Postapokalypse zieht ein junger Prinz aus, um seiner kranken Mutter ein Gegengift zu besorgen. Unterwegs trifft er jedoch auf allerhand Gefahren in Form eines grausamen Warlords (James Franco mit gelb angemalten Zähnen) mit seiner Killer-Roboterin und einer schrägen Drogenkönigin (Milla Jovovich), bis am Ende einmal mehr Mensch gegen Maschine antreten wird.

Schlecht geklaut

James Franco (The Disaster Artist, 127 Hours) hat bei diesem Endzeit-Actionfilm Regie geführt und damit hat er sich wahrhaft keinen Gefallen getan. Future World ist purer Trash von Anfang bis Ende, der irgendwie versucht, die Stimmung und das Setting von George Millers Mad Max: Fury Road zu kopieren. Dass er dabei katastrophal scheitert ist schade, aber auch etwas vorhersehbar. Während Mad Max allein schon durch sein surreales, überwältigendes Setting überzeugen konnte, sieht Future World eher so aus, als wäre er heimlich in einer örtlichen Industriebrache gedreht worden. Dazu ist die Geschichte an Belanglosigkeit und aufgesetzten Emotionen kaum zu unterbieten und man fragt sich dann doch, ob das hier selbstironisch sein soll oder sich tatsächlich ernst nimmt.

Zwischendurch gibt sich Snoop Dog als Bordellbesitzer die Ehre, gefühlt jeder zweite Satz endet mit "Schlampe", was wohl irgendwie cool sein soll, aber dann doch eher mit seiner geistigen Schlichtheit entsetzt. So schleppt sich Future World von einem uninteressanten Schauplatz zum nächsten, bis er in der Chemielabor-Bruchbude von Milla Jovovich landet. Ja, um die Schauspielerin ist es in den letzten Jahren ruhig geworden, aber soll DAS hier ihr großes Comeback sein? Nachdem sie den Prinz mit Drogen vollgepumpt hat, gibt es mitten im Film erst einmal eine ritualisierte Tanzeinlage mit ihren Kumpanen in Lederklamotten und Gasmaske, sodass man sich zurecht fragen darf, ob man hier Szenen aus einem Actionfilm sieht oder Aufnahmen aus dem Keller des Berliner Berghains. Einzig und allein das ruppige Action-Finale ist recht unterhaltsam geraten und solide gefilmt, aber eine gute Kamera macht noch keinen guten Film.

Fazit

Future World ist nicht nur der schlechteste Film beim Fantasy Filmfest 2018, sondern auch ein Machwerk, in dem so ziemlich alles misslungen ist, was irgendwie misslingen konnte. Trashfans werden teilweise ihren Spaß haben, alle anderen sich genervt abwenden.

 

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"Future World" feiert seine Deutschlandpremiere beim Fantasy Filmfest 2018 und wird in sieben deutschen Städten gezeigt.

Screening-Termine

BERLIN – 14 Sep / 22.45 Uhr
MÜNCHEN – 15 Sep / 22.45 Uhr
HAMBURG – 21 Sep / 22.30 Uhr
KÖLN – 15 Sep / 22.30 Uhr
FRANKFURT – 21 Sep / 22.45 Uhr
FRANKFURT – 30 Sep / 12.00 Uhr (WH)
NÜRNBERG – 25 Sep / 22.15 Uhr
STUTTGART – 25 Sep / 22.15 Uhr

Der Film erscheint am 22. November 2018 auf DVD und Blu Ray.