Leipziger Umwelttage

Für eine ökologischere Stadt

Pünktlich mit dem gestrigen Weltumwelttag begannen die Leipziger Umwelttage. In diesem Rahmen bietet die Stadt vom 5. - 18. Juni zahlreiche Veranstaltungen an. Ein Versuch die Stadt ökologischer zu machen. Und sei es nur für ein paar Tage im Juni...
Fahrrad oder Auto?

Hauptveranstalter ist der Leipziger Umweltbund Ökolöwe. Dieser gemeinnützige Verein arbeitet im Interesse des Natur- und Umweltschutzes. Er setzt sich für eine umweltgerechte und ökologisch nachhaltige Entwicklung der Region Leipzig ein. Das dürfte für die Boom-Stadt Leipzig eine schwierige und wichtige Aufgabe sein.

Allein im vergangenen Jahr hieß sie 11.000 neue Einwohner willkommen. Durch die steigende Bevölkerungsdichte kommen jedoch Probleme auf die Stadt zu: Strom- und Wasserversorgung müssen weiterhin gesichert sein. Wohin mit dem vielen Müll? Verträgt die Stadt so viele Autofahrer? Und durch den Bau neuer Wohnungen müssen Grünflächen weichen.

Das Programm der Umwelttage reagiert auf die Probleme der Stadt

Die Veranstaltungen sollen die Bürger auf die Umweltprobleme der Stadt aufmerksam machen und Lösungen aufzeigen.

Gleich zwei Angebote warten im Bereich Abfall auf die Besucher: Im Workshop “Kreatives Upcycling“ werden Restmaterialien aus Industrie und Haushalt zum Beispiel zu Spielzeug und Wohnaccessoires aufgewertet. Ein kreativer Weg zur Müllvermeidung. Dazu anregen soll auch die Bustour unter dem Motto “Und nach dem Konsum ...?“ zur Zentraldeponie Cröbern. Das Ausmaß der Müllberge dürfte für die Verbraucher hier deutlich zu erkennen sein.

Das weitere Programm ist breit gefächert: Zum Beispiel das Insektenhotel-Bauen, um den kleinen Tieren nach dem Verschwinden ihrer Grünflächen einen neuen Lebensraum zu bieten oder eine Nacktfahrradtour um den Cospudener See, welche die Begeisterung für dieses umweltfreundliche Fortbewegungsmittel aufleben lassen soll. Klar ist auch das Ziel der Baumexkursion durch den Johannapark: Leipziger Einwohner sollen ihre Parkanlagen kennen- und lieben lernen.

Der Höhepunkt aller Ökofans: Die Ökofete

Das größte Umweltfest Mitteldeutschlands steigt am letzten Tag der Umwelttage, dem 18. Juni. Das perfekte Ambiente hierzu bietet der Clara-Zetkin-Park. Von 12-19 Uhr laden 150 Stände und ein Kulturprogramm zum Mitmachen, Zuhören und Feiern ein. Neben Bioprodukten kommen auch Umweltthemen und –probleme auf den Tisch. Im Mittelpunkt stehen natürlich diejenigen, die sich in Leipzig für die Umwelt starkmachen. Daher sind auch alle beteiligten Vereine der Vortage hier nochmals anzutreffen. Die Fete steigt dieses Jahr zum 28. Mal.

Und was passiert am 19. Juni?

Dann werden die Straßen weiterhin überfüllt sein und die Luft voller Abgase. Der nackte Radfahrer kann trotz seines freundlichen Lächelns dagegen nur wenig ausrichten. Leipzig bewahrt sich sein Feinstaubproblem. Darauf macht auch Norman Volger von den Grünen aufmerksam:

Wir haben immer noch das Problem, dass wir zusammen mit Stuttgart ein EU-Verfahren wegen der Grenzüberschreitung der Feinstaub bzw. der NOX-Werte bekommen haben.

Norman Volger, Die Grünen

Das sei eines der Probleme, vor denen die Stadt grade stehe. Eine Veranstaltung, die direkt auf dieses Thema aufmerksam macht, ist jedoch nicht vorgesehen. Bei den Umwelttagen geht es vor allem um einfache Lösungen für Jedermann, die im besten Fall auch noch Spaß machen. Dies bestätigt auch Tiffany Bals von Ökolöwe: “Das sind vor allem Aufklärungsveranstaltungen, wo es darum geht, was der einzelne Bürger tun kann.“  Jeder sollte sich nach diesen Tagen selbst zur Öko-Tante erklären können.

Hören Sie das Studiogespräch zum Thema von mephisto 97.6 Redakteurin Anneke Elsner:

Ein Beitrag von Anneke Elsner
0606_SG_Anneke_Umwelt
 

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Ronja Binus
06.06.2017 - 18:49
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