Museum Runde Ecke

Friedliche Revolution auf Arabisch

In der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ gibt es ab sofort auch Bildungsangebote auf Arabisch. Ziel ist es, Flüchtlingen und Asyl suchenden an authentischen Orten die jüngste deutsche Geschichte und zentrale Werte vermitteln zu können.
Das Museum Runde Ecke am Dittrichring 24
Das Museum Runde Ecke am Dittrichring 24

In Anwesenheit der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva-Maria Stange, wurden die neuen Angebote vorgestellt. Unter anderem gibt es ab sofort einen Audioguide zur Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ in der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke. Außerdem werden nun auch die App „Leipzig '89“ als Multimediaguide und eine Präsentation zur Stelenausstellung „Orte der friedlichen Revolution“ im Leipziger Innenstadtbereich in arabischer Sprache angeboten.

Geschichte und Werte

Ziel der neuen Angebote ist es, das Bildungsangebot für Flüchtlinge und Asyl suchende auszuweiten. Am authentischen Ort der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in der DDR sollen nun die Geschichte von Repression und Unterdrückung in der DDR, sowie die Selbstbefreiung der SED-Diktatur durch die Friedliche Revolution vermittelt werden, wie es in der Pressemitteilung des Museums heißt. Dadurch sollen Betroffene über die jüngste deutsche Geschichte und die daraus resultierenden zentralen Werte Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufgeklärt und deren Blick für die Gefahren totalitärer Ideen und Systeme geschärft werden.

Erstes Angebot in DDR-Gedenkstätten

Die Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke ist mit den neuen Angeboten die erste Gedenkstätte zur Geschichte der SBZ/DDR, die sich auch an ein arabisch sprachiges Publikum richtet. Ermöglicht und gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten und ist Teil des vom Freistaat Sachsen initiierten Maßnahmenpakets. Damit soll auf gesellschaftliche Veränderungen angesichts der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik reagiert werden. 2015 und 2016 kamen rund 10.000 Flüchtlinge aus zumeist arabisch sprachigen Ländern in Erstaufnahmeeinrichtungen nach Leipzig. Diesen seien sowohl unsere Sprache und Kultur als auch unsere geschichtlichen Erfahrungen fremd, so die Gedenkstätte. Jährlich besuchen bis zu 130.000 Menschen aus dem In- und Ausland das Museum. Diese sind besonders auch fremdsprachige Besucher.

Weitere Informationen zum Nachhören von mephisto 97.6 Redaktuer Linus-Benedikt Zosel finden Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteur Linus-Benedikt Zosel im Gespräch mit Moderator Nico van Capelle
0603_SG_RundeEcke
 

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Felix Krause
06.03.2017 - 18:27