#Leipzig2030

Freiraum Ost

Jung, kreativ, aber eben auch roh und ein bisschen ungestüm. Derzeit bietet der Leipziger Osten Freiräume für Kulturschaffende jeglicher Art. Doch wie wird es 2030 aussehen? Was plant die Stadt und wie wird es von der "Szene" angenommen?
Lene-Voigt Park, Stadtentwicklung
Der Lene-Voigt Park im Leipziger Osten

Das integrierte Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030, kurz INSEK, ist eine knapp 350-seitige Zusammenfassung der zukünftigen stadtplanerischen Maßnahmen. Zur Kulturförderung im Leipziger Osten findet man dort unter anderem folgende Stichpunkte: „Erhalt und Begleitung der kulturellen Entwicklung, Stärkung und Weiterentwicklung der kulturellen Angebote (…) Ausbau von Netzwerken, die den sozialen Zusammenhalt fördern sowie eine breite Teilhabe ermöglichen“.

Die Formulierung klingt einerseits etwas schwammig, lässt auf der anderen Seite aber auch eine große Fülle an Möglichkeiten zu. Die Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung im Leipziger Osten, Petra Hochtritt, vertritt einen sehr weitgefassten Kulturbegriff. Besonders die kleinen, aus Eigeninitiative entstandenen Projekte liegen ihr am Herzen.

Diese werden einerseits durch eingetragene Vereine verkörpert, wie beispielsweise die Krudebude am Stannebeinplatz, andererseits aber auch durch ehrenamtliche Projekte, die eben nicht eingetragen sind und dadurch gerne als "illegal" bezeichnet werden.

Wir lassen beide Seiten zu Wort kommen, zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Hoffnungen und Zukunftsängste:

"Freiraum Ost" - eine Reportage von Til Schäbitz
"Freiraum Ost" - eine Reportage von Til Schäbitz
 

Kommentare

Interessante Reportage. Von den nicht oder kaum geförderten Gruppen wusste ich kaum etwas. Etwas stört mich! Man redet hier generell vom Leipziger Osten. Die Projektwohnung Krudebude ist in Schönefeld und daher im Stadtbezirk NORD-OST.
Nichtdass wir uns abgrenzen wollen, aber Schönefeld wurde sehr lange vernachlässigt. Erst durch die Initiative des Vereins „Wir für Schönefeld“ rückte der Stadtteil in den direkten Sichtbereich der Stadt. Ansätze für das Kennenlernen des Stadtteils schuf die vormalige Vorsitzende des Bürgervereins Schönefeld Petra Ertel mit dem Frühlingsfest im Mariannenpark. Und der CVJM-Leipzig mit der Sponsorenrallye und dem Projekt „Stadt in der Stadt“ ebenfalls im Mariannenpark.

Schönefeld ist eine Insel, die tatsächlich nur über Brücken erreichbar ist und dadurch viele Jahre vollkommen abgeschottet war.
Im Osten, vor allem im Eisenbahnstraßenviertel, ist viel mehr los. Im Volksmund war die Eisenbahnstaße als „Broadway des Ostens“ mit den vielen Geschäften, Kneipen und drei Kinos bekannt. Dazu kam später der „Grüne Bogen“ auf ehemaligem Eisenbahngelände und in Reudnitz das Projekt „Dresdner 59“!

Man sollte unser Schönefeld nicht Umgemeinden oder gar vergessen! Unser Mariannenpark wird von der Stadt noch immer „linksliegengelassen“!

@Georg Hans Schlitte Sehr geehrter Herr Schlitte,
ich kann Ihren Punkt gut nachvollziehen. Schönefeld gehört administrativ zum Nordosten, woran ich auch nichts ändern möchte. Auch kann man die kulturelle Entwicklung nicht mit der im klassischen Osten gleichsetzen oder vermischen. Dennoch befindet sich die Krudebude am Stannebeinplatz nur wenige Fußminuten von der Eisenbahnstraße entfernt und auch ihr Publikum besteht zu einem großen Teil aus Bewohnern des Ostens, weswegen der Verein für meinen Beitrag von Relevanz war. Nach eigenen Aussagen fühlen sich die Mitglieder des Vereins in ihrem Stadtteil auch noch wie eine Blase, die Brücke zur Eisenbahnstraße ist weniger schwer zu überwinden als die gesamtheitliche Integration ins eigene Viertel. Doch sie wollen die Kultur, auch auf dieser Seite der Brücke, fördern und sorgen so dafür, dass Schönefeld immer mehr in den Sichtbereich der Stadt gerät.
Ziel des Beitrags war es, ehrenamtlichen Kulturprojekten eine Stimme zu geben. Die exakte Trennung der Stadtteile war da von geringerer Bedeutung. Ich wollte Schönefeld nicht in einen großen Ost-Einheitsbrei mischen, doch vielleicht können Sie dem Beitrag ja auch den positiven Fakt abgewinnen, dass wir den Stadtteil auf dem Radar haben.
Liebe Grüße
Til Schäbitz

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