Festival-Tipp: Juicy Beats Festival 2018

Freche Früchtchen

Ein Festival mitten in der Großstadt, dafür fehlt oft eine passende Location. Dortmund hat mit dem riesigen Westfalenpark aber die optimale Voraussetzung. Auch in diesem Jahr lockt das Juicy Beats Festival wieder tausende Besucher dorthin.
Rund um den Dortmunder Florianturm (im Bild) verteilt liegen sechs Live-Bühnen und über zwanzig Floors.
Rund um den Dortmunder Florianturm (im Bild) verteilt liegen sechs Live-Bühnen und über zwanzig Floors.

Welche Gigs sollte ich mir nicht entgehen lassen?

Seit der Dokumentarfilm Wildes Herz beim 60. Leipziger DOK-Festival vier Preise abgesahnt hat, steht die Band Feine Sahne Fischfilet rund um Sänger Monchi noch mehr im öffentlichen Fokus als ohnehin schon. Beim Juicy Beats kann man die (vom Verfassungsschutz lange als „linksradikal“ kategorisierten und daher observierten) Punker am Samstag auf der Wiese am Sonnensegel erleben.

Kraftklub ist wie irgendwie jeden Sommer omnipräsent auf den Open-Air-Bühnen der Republik. Auch der Westfalenpark bleibt vor den Indierockern mit den Hosenträgern nicht verschont. Nee, mal im Ernst: Kraftklub machen bei ihren Konzerten jedes Mal wieder richtig Bock. Am Freitag spielen sie auf der großen Festwiese.

Mit ihrer aktuellen Platte Violence haben die Editors ihr bisher harmonischstes und zugleich aggressivstes Album vorgelegt. Nach Stopps im Tempodrom Berlin und dem Haus Auensee führt sie ihre Tour am zweiten Tag des Festivals nun auch auf die Festwiese des Westfalenparks.

Dub FX hat hierzulande bei Weitem nicht jeder auf dem Schirm. Kein Wunder, denn der Australier hat sich nie von großen Labels vereinnahmen und die Werbetrommel rühren lassen. Er tritt mit seinen Live-Looping-Kompositionen vor allem als Straßenkünstler auf und produziert sich selbst und befreundete Künstler unter dem selbst begründeten Label The Convoy. Samstagabend kann man ihm am Sonnensegel beim Beatboxen lauschen.

Zwei Jahre nachdem wir Grossstadtgeflüster beim Juicy Beats getroffen haben (s.u.), sind die abgedrehten Berliner auch wieder mit von der Partie. Sie spielen Freitagabend, ebenfalls am Sonnensegel. Wie man dorthin findet? Einfach der Fickt-Euch-Allee bis zum Ende folgen!

 

 

Und was für ein Publikum treibt sich da so rum?

Anders als bei vielen anderen Festivals werden Plätze auf dem Campingplatz separat verkauft, und werden nur von einem Bruchteil der Besucher genutzt. Das Juicy Beats ist für Bewohner des Ruhrgebiets (besonders natürlich für die Dortmunder selbst) leicht erreichbar und dementsprechend begegnet man nicht nur Wacken- und Hurricance-Schlammschlacht-Hardlinern, sondern auch geschniegelten Festivaltourist und Festivaltouristinnen, die gerade frisch aus dem Büro kommen. Insgesamt sind die Besucher ein ebenso buntes Gemisch wie die Juicy-Beats-typischen Früchte, welche jeweils eine der verschiedenen Stages symbolisieren. Die Hip Hopperin steht hier neben dem Rastafari, der sich gerade mit dem vom Fil Bo Riva Konzert kommenden Indie-Teenager unterhält und dabei einer Gruppe Punks zulächelt.

 

Wie komme ich dahin?

Dortmund ist gut über die A1 von Süden oder die A2 von Norden aus zu erreichen. Sinnvoll ist es, ab Leipzig die A38 und damit die Route über Kassel zu nehmen. Rund um den Westfalenpark sind Parkplätze rar, daher sollte man ein wenig außerhalb und bestenfalls in der Nähe einer U-Bahn-Station parken, oder von vornherein die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In Dortmunder Jugendsprache wird das übrigens als „öffeln“ abgekürzt.

 

 

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Maximilian Enderling
03.07.2018 - 09:35
  Kultur

Infos im Überblick:

Wo? Westfalenpark, Dortmund

Wann? Freitag der 27. & Samstag der 28. Juli

Größe? 50.000 Besucher

Genre? Breites Spektrum von A wie Alternative bis W wie Worldbeat (oder Z wie Zka…?)

Wer spielt? Kraftklub, Editors, 257ers, Von Wegen Lisbeth, SXTN, Boys Noize, Feine Sahne Fischfilet, Dub FX, Trettmann, Bukahara, Haiyti, Fil Bo Riva, Grossstadtgeflüster, Kontra K, Larissa Rieß und viele mehr…

Die Webseite des Festivals findet ihr hier

Das Juicy Beats in 280 Zeichen: