Festival: Galaxy Camp 2018

Fifteen Again

Der Musikrichtung des Pop Punk wurde dieses Jahr zum ersten Mal ein eigenes Festival im deutschsprachigen Raum gewidmet. Am 20. Mai fand das Galaxy Camp auch in Leipzig statt. Mit dabei waren die Bands Stand Atlantic, Trash Boat und Knuckle Puck.
Knuckle Puck auf der Bühne
Knuckle Puck live auf dem Galaxy Camp

Erwartungen

Wenn ich mir versuche die Fans eines bestimmten Genres vorzustellen, kommen mir immer auch einige Klischees in den Sinn. Im Fall von Pop Punk denke ich an Skaten, Snap Backs, Bandshirts und Menschen, die jetzt ungefähr so in meinem Alter sein dürften, diese Art der Musik aber vor etwa 10 Jahren gehört haben. Davon abgesehen kenne ich wenige Bands des Line-Ups und habe eine interessante Mischung aus Vorfreude auf einen sicherlich sehr spaßigen und energiegeladenen Tag und gleichzeitig die Angst davor, dass womöglich jede Band gleich klingen könnte. Jede außer Knuckle Puck natürlich. Auf die freue ich mich nämlich ganz besonders.

Realität

Durch weiße Türen betritt man das gepflasterte und gestufte Gelände der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park und geht direkt auf die Bühne zu. Passend zu einem Open-Air-Konzert ist das Wetter hervorragend und viele Festivalbesuchsgruppen sind bereits zu Beginn anwesend, sitzen aber noch gemütlich auf dem steinigen Boden. Nacheinander wird es acht Auftritte von verschiedenen Pop-Punk-Bands geben. Den Auftakt dürfen Stand Atlantic spielen, und werden für mich sofort zu einem persönlichen Festival Highlight. Nicht nur, dass mich die Atmosphäre, das Publikum und die ersten Töne der Musik sofort auf positivste Weise daran erinnern 15 Jahre alt zu sein, die Band bringt auch eine unfassbare Energie und Ausstrahlung. Besonders positiv ist hier festzuhalten, dass sie eine weibliche Sängerin haben, was man auf einem Pop-Punk-Festival fast nicht erwarten würde. Mit kräftiger Stimme und lässiger Haltung trägt sie das Publikum durch den Auftritt und zieht alle in ihren Bann aus Coolness. Auch die zweite Band des Tages, Woes, bringt viel Stimmung – unter anderem auch durch ihren Leadsänger, der fast wie ein Animator wirkt und immer wieder durch seine hohe Bewegungsfreudigkeit auffällt. Im Laufe der Show wirft er sogar seine Cappy in die Menge und verschenkt diese somit an Fans.

Der Sänger der Band WSTR zeigt sein NSYNC Shirt
 

Auch wenn die darauffolgenden Bands gewisse musikalische Parallelen aufweisen, ist doch jede Band auf ihre Weise ein bisschen anders und bringt auf unterschiedliche Weise Spaß. Die Band WSTR, die an fünfter Stelle auftreten, fallen vor allem durch ihren Frontman auf – nicht nur, weil er ein NSYNC-Shirt trägt – sondern weil seine Singstimme einzigartig und unerwartet hoch ist. Sie kommen aus England und witzeln darüber, dass sie die strahlende Sonne so gar nicht kennen würden. WSTR werden durch Trash Boat abgelöst, aber der WSTR-Frontman kommt während einem Song seiner Nachfolger auf die Bühne und unterstützt sie kurzzeitig mit Gesang und Dancemoves. Auch sonst sind Trash Boat eine besondere Freude, sie fallen Genre-technisch auf, da sie etwas düsterer klingen als die vorherigen Bands. Ihre Songs sind spannend und in meinen Augen bieten sie zudem einen guten Übergang zur nächsten Band - der Band, auf die ich persönlich den ganzen Tag, und ehrlicherweise auch schon mehrere Monate, gewartet habe – Knuckle Puck.

Trash Boat auf der Bühne
 

Knuckle Puck sind extrem sympathisch wirkende Menschen, die eine krasse Show abliefern. Sie spielen ein Set aus Songs ihrer beiden Alben, sowie einiger alter EPs. Dabei auch der Song "No Good", der für mich wohl das absolute Festival-Sahnehäubchen an diesem Tag ist. Immer wieder kann der Sänger auch das Mikrofon ins Publikum halten und wird durch Textsicherheit der Fans belohnt. Die 40 Minuten Spielzeit, die Knuckle Puck haben, sind bei weitem nicht lang genug, aber musikalisch großartig. 
Den Abschluss des Festivals dürfen State Champs spielen. Sie sind die Band, die augenscheinlich die meisten Fans auf diesem Festival hat. Persönlich finde ich, dass die meisten Songs der Band sehr gleichförmig gestaltet sind. Das nimmt aber niemandem um mich herum den Spaß am mittanzen und mitsingen.

Fazit

Das Galaxy Camp schafft es, ein Genre wiederaufleben zu lassen, dass für viele in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren haben dürfte. Mit viel Spaß und Energie spielen sämtliche Bands eindrucksvolle Sets und durchgängig wird mitgetanzt und mitgesungen. Eine schöne Art, einen so angenehmen Sommertag zu verbringen.

 

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