Baby-Notarztwagen

Felix 15 wird vorgestellt

In Deutschland werden jährlich ungefähr 7000 Frühgeburten transportiert. Die meisten davon in regulären Rettungswagen. Viele sterben bei dem Transport. Der Baby-Notarztwagen Felix 15 soll das zukünftig in Leipzig verhindern.
"Felix 15" in der Seitenansicht
"Felix 15" in der Seitenansicht. Im Hintergrund ein alter Notarztwagen.

Heute Morgen wurde Leipzigs erster Baby-Notarztwagen an die Leipziger Kliniken und ihre Vertreter übergeben. Das langjährige Projekt fand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf von der Björn Steiger Stiftung statt. In ganz Deutschland sind es damit nun bereits 18 solcher Wagen, die durch die Stiftung finanziert wurden. In diesem Fall waren darüber hinaus noch drei Kliniken in Leipzig an dem Projekt beteiligt: das Universitätsklinikum, das St. Georg-Klinikum und das Herzzentrum. Diese Kooperation ist bis dato einmalig in Deutschland. Im Anschluss an die Übergabe wurde der Wagen auf dem Augustusplatz vorgestellt und bot Interessierten die Möglichkeit einen Einblick in das Innere zu werfen. Seit Beginn der Planungen 2014 wurden ungefähr 200.000 Euro in das Projekt investiert.

Das zweitbeste Transportmittel nach der Gebärmutter

Bereits 1974 entwickelte die Björn Steiger Stiftung zum ersten Mal einen Baby-Notarztwagen. Damals hatte die Bundesrepublik Deutschland die höchste Säuglingssterblichkeit aller westlichen Industriestaaten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Entbindungen in Frauenkliniken stattfanden, die Neugeborenen aber in Kinderkrankenhäusern versorgt werden mussten. Die Baby-Notarztwagen erleichterten diese problematischen und gefährlichen Transporte. Seit Mitte der siebziger Jahre und Einführung dieser Wagen ist die Säuglingssterblichkeit stark zurückgegangen, obwohl die Anzahl an Frühgeburten in Deutschland immer weiter zunimmt. Der sicherste Transportinkubator für ein Baby sei laut der Stiftung der Bauch der Mutter – und der Baby-Notarztwagen der zweitsicherste danach.

Baby an Bord

Da ein ruhiger und erschütterungsfreier Transport für Frühgeburten lebensentscheidend sein kann, ist der Wagen mit einem speziellen Dämpfungssystem ausgestattet. Vibrationen, Bodenwellen und Schlaglöcher, die das Fahrzeug um bis zu zehn Zentimeter in der Höhe versetzen würden, können damit ausgeglichen werden. Außerdem sorgen spezielle Schallschutzmatten dafür, dass die Frühchen keiner zu großen Lärmbelastung ausgesetzt sind. Ein hinten am Wagen angebrachtes Hinweisschild mit der Aufschrift "Baby an Bord" soll hinterherfahrende Autofahrer warnen, da Felix 15 mit maximal 50 km/h durch die Stadt fahren kann.

Ein Wagen als Schutzpatron

Der Wagen trägt den Namen Felix 15 aus einem bestimmten Grund. Felix leitet sich vom Lateinischen Der Glückliche ab. Diese Namensbedeutung geht auf den 1712 heiliggesprochenen, Mönch Felix von Cantalice zurück. Er wurde aufgrund seiner Freundlichkeit und Nächstenliebe zum Schutzpatron für Mütter und Kinder erklärt. Felix 15 soll allen, die mit ihm fahren in ihrer schweren Zeit Hoffnung geben.

mephisto 97.6 Redakteurin Raphaela Fietta hat auf dem Augustusplatz mit den Beteiligten des Projekts gesprochen: 

Raphaela Fietta im Gespräch mit den Beteiligten des Projekts
 
 

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Mehr über die Björn Steiger Stiftung gibt es hier nachzulesen.