Stadt teilen: Schönefeld

Neues Stadion für den FC International

Am alten Postbahnhof ist ein Fußballstadion für den FC Inter geplant. Das Stadion neben dem Mariannenpark soll bis zu 3000 Zuschauern Platz bieten. Den Verein gibt es erst seit zweieinhalb Jahren, kann aber jetzt schon erstaunliche Erfolge vorweisen.
Willkommen beim FC International
Willkommen beim FC International

Ein neues RB in Leipzig? Das fragten die Medien im Hinblick auf den 2013 gegründeten FC International Leipzig. Sportlich läuft es jedenfalls gut für den FC Inter. In der Sachsenliga gestartet, konnte das Team bereits in der ersten Saison in die Oberliga aufsteigen. Hier befindet sich der Verein aus Schönefeld aktuell nur knapp hinter Tabellenführer Lok Leipzig auf dem zweiten Platz.

Chrisopher Hirsch und Kim Buergl waren beim FC Inter zu Besuch.

Chrisopher Hirsch (Sprecher) und Kim Buergl waren beim FC Inter zu Besuch.
Chrisopher Hirsch (Sprecher) und Kim Buergl waren beim FC Inter zu Besuch.

Trainer Backhaus als Schlüssel zum Erfolg

Heiner Backhaus im Interview
Heiner Backhaus im Interview

Hinter dem Verein steht vor allem ein Mann, Heiner Backhaus, Gründer, Trainer und Dreh- und Angelpunkt des Vereins. In seiner 12 jährigen Profikarriere spielte er bei 16 Mannschaften, unter anderem Hannover 96, aber auch auf Zypern, auf Malta und in Hong Kong. So hat Backhaus ein vielfältiges Netzwerk aufgebaut, von dem er heute profitiert. Er lotste Spieler unter anderem aus Spanien, Litauen, Griechenland und Südkorea nach Leipzig. Auf dem Platz wechselt er mühelos aus dem Englischen ins Deutsche, und dann weiter ins Spanische, wenn er mit seinem mehrsprachigen Team kommuniziert.

Lizenzübernahme vom SV See

Doch trotz der noch kurzen Vereinsgeschichte, sieht sich der FC Inter schon in der Kritik. Seine Spiellizenz für die Sachsenliga bekam der Verein vom SV See, der in der Nähe von Bautzen beheimatet ist. Der SV war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und gab deshalb seine Spielberichtigung an den FC Inter ab. So konnte der Club direkt in der Landesliga starten. Der Vorwurf anderer Teams lautet, der FC Inter hätte Spieler des SV See nur pro forma übernommen um die Lizenz zu erhalten. Fakt ist, dass kein Spieler vom SV See längerfristig beim FC Inter gespielt hat.

Hinzu kommen Nachbarschaftskonflikte. Zurzeit teilt sich der Verein einen Platz im Mariannenpark mit anderen Sportvereinen, unter anderem dem SV Wacker. Ausstehende Pachtzahlungen an den SV Wacker sorgen für Ärger. Beim FC Inter heißt es wiederum die Forderungen seien angesichts der Zustände vor Ort unangemessen.

Ligaspiele trägt der FC Inter in Machern bei Wurzen aus. Im Mariannenpark hat der Verein nur ein Kleinfeld zur Verfügung. Die Jugendmannschaften des FC Inter und andere Interessierte aus der Umgebung können ihre Vorbilder deswegen meist nur beim Training sehen.

Stadionneubau durch Hauptsponsor

Diese Probleme sollen nun bald der Vergangenheit angehören. Die CG-Gruppe, Immobilienunternehmen und Hauptsponsor des FC Inter will ein Stadion bauen. Mit dem ehemaligen Postbahnhof genüber des Mariannenparks verfügt sie bereits über ein passendes Grundstück. Die Spielstäte soll bis zu 3000 Zuschauern Platz bieten und Anfang 2017 fertig gestellt werden. Außerdem sollen Gebäude auf dem bisherigen Gelände im Mariannenpark renoviert und ausgebaut werden.

Neben dem finanzkräftigen Hauptsponsor reiht sich Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) in die Liste der Unterstützer ein. Das weckt Misstrauen in der Leipziger Fußballszene und brachte dem Verein schon den Namen FC Tiefensee ein. Doch für Trainer Heiner Backhaus ist das soziale Engagement der Grund für die Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Er verweist darauf, dass sein Verein schon vor Aufnahme des Spielbetriebs soziale Arbeit in der Eisenbahnstraße geleistet hätte. In sozialer und integrativer Arbeit sieht er auch weiterhin eine besondere Stärke des FC International.

Integration als Argument für finanzielle Unterstützung

Bei anderen Clubs wird das teilweise kritisch gesehen. So verweist Stefan Schilde, Aufsichtsratsmitglied der BSG Chemie, auf andere Leipziger Vereine, die Integrationsarbeit leisteten ohne dies derart nach außen zu tragen wie der FC Inter. Er vermutet jenseits von Altruismus auch wirtschaftliche Interessen und den Willen auch höherklassig Fußball zu spielen. In Sachen Höherklassigkeit jedenfalls bremst Inter Coach Backhaus die Erwartungen:

Ich seh den Verein in drei, vier Jahren da, dass er vielleicht in der gleichen Liga spielt, vielleicht eine Liga höher, aber nicht zwei Ligen höher.

 

Heiner Backhaus, Trainer FC Inter

Ob in der Oberliga, eine oder zwei Klassen höher, mit dem derzeitigen sportlichen Erfolg und womöglich bald einem eigenen Stadion, mischt der FC International aktuell die lokale Fußballszene auf.

Der FC International beim Training
Der FC International beim Training
 

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Kim Buergl, Christopher Hirsch
23.02.2016 - 14:26
  Sport

FC International Leipzig

  • Gegründet im August 2013
  • Saison 14/15 erster Spielbetrieb in der Sachsenliga
  • direkter Aufstieg 2015 in die Oberliga Nordost
  • Heimspiele werden noch in Machern ausgetragen