Aschermittwoch

Fasten ist kein Zuckerschlecken

Am Aschermittwoch endet die Karnevalszeit und die 40-tägige Fastenzeit beginnt. Viele Christen werden nun bis Ostern verzichten. Doch was ist Fasten eigentlich? Und entwickelt sich das Fasten langsam zu einem Trend?
Und worauf verzichten Sie in der Fastenzeit?
Und worauf verzichten Sie in der Fastenzeit?

Nach dem Karneval ist vor dem Fasten

In den letzten Tagen wurde exzessiv und kostümiert gefeiert, was das Zeug hält. Die Karnevalszeit endet aber traditionell, wie jedes Jahr, mit dem Aschermittwoch.
Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, in der Heiligen Messe den Gläubigen mit der gesegneten Asche von verbrannten Palmzweigen aus dem Vorjahr ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen, das sogenannte Aschekreuz. Mit dem Aschermittwoch endet aber nur nicht die Fastnachtszeit, es beginnt auch die 40-tägige Fastenzeit. Die Fastenzeit soll an die Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Christen sollen in der Fastenzeit vor allem Buße tun und sich in Dankbarkeit üben. Wie und was man genau fastet, bleibt jedem selbst überlassen. Im Mittelalter war nur eine Mahlzeit am Tag erlaubt. Heutzutage sind dem Fasten quasi keine Grenzen gesetzt. Die meisten verzichten auf Genussmittel wie Schokolade, Chips, Alkohol oder Zigaretten. 

Fasten in anderen Religionen

Auch in anderen Religionen wird gefastet. Im Islam heißt der Fastenmonat Ramadan und es geht etwas strenger zu: vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang dürfen keine Getränke oder Speisen zu sich genommen werden. Auch Rauchen und Sex sind verboten. Im Judentum gibt es einen einzigen Ruhe- und Fastentag, der Versöhnungstag Jom Kippur. Es ist der heiligste und feierlichste Tag des jüdischen Jahres und wird traditionell im Herbst begangen. Auch hier darf ein Tag keine flüssige oder feste Nahrung zu sich genommen werden. In Israel sind an diesem Tag alle Läden geschlossen, der Verkehr steht still und ein Radio- und Fernsehprogramm gibt es ebenfalls nicht. 

Neuer Trend?

Das Fasten muss nicht unbedingt einen religiösen Hintergrund haben. Viele fasten auch aus ganz anderen Gründen. Zum Beispiel um abzunehmen, um Krankheiten zu bekämpfen oder um ihren eigenen Geist und Körper herauszufordern. Das Fasten hat sich sogar zu einem regelrechten Trend, dem sogenannten Detox, entwickelt. Hierbei wird vor allem auf feste Nahrung verzichtet, um den Körper zu reinigen und zu entgiften. Nur Flüssigkeiten wie Säfte, Wasser, Tee oder Brühen sind erlaubt. Viele erhoffen sich eine Gewichtsabnahme als positiven Nebeneffekt des Fastens. Der Verzicht aufs Essen soll aber vor allem die Willenskraft und Selbstkontrolle stärken und die Sinneswahrnehmungen schärfen. 

Der Mensch ist nunmal ein Jäger

Die körperlichen und psychischen Auswirkungen vom Fasten sind umfangreich. Vor allem der Anfang ist schwer. Das Hungergefühl am Anfang führt zur Anspannung – eine Stressbelastung für die Psyche. Die Konzentration nimmt ab, man wird gestresst, sogar aggressiv. Der Körper ist den Abbruch der regelmäßigen Nahrungsaufnahme nicht gewohnt, das Gehirn schreit nach Zucker. Doch schon nach einigen Tagen stellt sich der Körper auf die Umstellung ein, denn evolutionsbiologisch betrachtet ist der Mensch ein Jäger, der durchaus Strategien kennt, um über einen längeren Zeitraum auf Nahrung zu verzichten. Der Stoffwechsel verändert sich, so wird die Energie ausnahmsweise mal aus Fettreserven gewonnen, aber auch von der Muskulatur.

Hauptsache verzichten

Jeder von uns kennt sie – Gewissensbisse, die uns im Alltag plagen. Zu viel Alkohol, zu viel Zucker, zu viel Smartphone. Die Meisten denken beim Fasten ans Essen, dabei kann man auch auf ganz andere Sachen verzichten, der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hauptsache der Verzicht fällt einem nicht allzu leicht. Das kann dazu führen, dass man gezielt Abstand zu Gewohnheiten nimmt, sein Verhalten reflektiert und ein anderes Bewusstsein entwickelt.

Moderatorin Eva Wittekind über die Facetten des Fastens:

Moderatorin Eva Wittekind über das Fasten - und eine Umfrage unter den Leipzigern wie diese zum Fasten stehen.
 
 

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Rasmus Janke, Josefine Farkas
01.03.2017 - 20:16