Finanzkrise

Einlagenzins der EZB erstmals negativ

Die EZB wagt in der immer noch schwelenden Finanzkrise einen historischen Schritt und senkt den Einlagenzins erstmals ins Negative. Der Leipziger Wirtschaftwissenschaftler Professor Uwe Vollmer hat für uns die aktuellen Ereignisse eingeordnet.
Einschätzung von Professor Vollmer zur aktullen EZB-Situation

Der Leitzins wurde erneut gesenkt, diesmal von 0,25 auf 0,15 Prozent. Dies ist eine der zwei Maßnahmen, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren immer wieder von der Europäische Zentralbank (EZB) eingesetzt wurden. Die zweite Maßnahme ist, mehr Liquidität in längerfristige Geschäfte zu bringen. Sprich, in Zukunft verleiht die EZB Geld zu diesem günstigen Zins erstmals über vier Jahre.

Nach Einschätzung von Professor Vollmer, werden die Auswirkungen eher moderat sein, da diese Maßnahme immer wieder über die vergangenen Jahre angewendet wurde. Trotzdem stieg der Deutsche Aktienindex (DAX) heute erstmalig über die 10.000-Punkte-Marke. Wie der DAX sich genau weiterentwickle, müsse man laut Professor Vollmer aber bis Montag, Dienstag abwarten. Es sei die Hoffnung der EZB, mit diesen Maßnahmen erneut die Kreditvergabe anzukurbeln.

Einlagenzins sinkt auf -0,1 Prozent

Erstmals in der Geschichte ist der Einlagenzins ins Negative gesunken. Das bedeutet, dass die Banken für die Deponierung des Geldes bei der EZB bezahlen müssen. Professor Vollmer nennt das "Parkplatzgebühr". Diese "Parkplatzgebühr" würde nach Professor Vollmer wohl auf die Bankkunden abgewälzt werden, sprich die Kontoführungsgebühren werden steigen.

mephisto97.6-Redaktuer Raimung Groß im Gespräch mit Wirtschaftswissenschaftler Uwe Vollmer
Leitzins
 

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Roxana Cremer, Raimund Groß
05.06.2014 - 20:29