Europawahl

60% Wahlbeteililgung - "Sonst weine ich"

Das Europäische Parlament will gegen die geringe Wahlbeteiligung bei Europawahlen angehen. Deshalb gibt es seit vergangenem Jahr die Kampagne "Diesmal Wähle Ich". Die will auch in Leipzig Bürgerinnen und Bürger vom Wählen überzeugen.
Jonas Spiegel hält ein Poster mit der Aufschrift "The Future Belongs to Those Who Vote"
Jonas Spiegel von der Kampagne "Diesmal Wähle Ich"

43 Prozent Wahlbeteiligung – was bei Bundestagswahlen (bisher) undenkbar ist, war bei den vergangenen beiden Europawahlen Realität. Schon seit 1999 gehen regelmäßig weniger als die Hälfte aller Europäerinnen und Europäer an die Urnen, wenn die Europäische Union (EU) zur Wahl aufruft. Das will das Europäische Parlament in diesem Jahr ändern – und hat deswegen die Kampagne „Diesmal Wähle Ich“ ins Leben gerufen. Die soll in allen 28 EU-Mitgliedstaaten auf die anstehende Europawahl im Mai aufmerksam machen und durch Gruppenaktionen vor Ort die Wahlbeteiligung in die Höhe treiben.

Die Gruppen organisieren regional etwas zum Bewerben der Wahl – total überparteilich und neutral. Das ist das Coole an der Kampagne.

Jonas Spiegel

Jonas Spiegel ist Teil der Leipziger Ausgabe von „Diesmal Wähle Ich“ – und will mit zehn bis 15 weiteren Europabegeisterten aus der Messestadt dafür sorgen, dass die Bevölkerung Leipzigs am 26. Mai von ihrem Wahlrecht Gebrauch macht.

Seit vergangenem Herbst treffen sich die überwiegend Studierenden in unregelmäßigen Abständen im Europa-Haus am Markt und haben für die Zeit vor der Wahl verschiedene Info-Aktionen geplant – unter anderem beim Wasserfest in Thekla oder am Rande der „Fete zum Europatag“ im Gohliser Budde-Haus. Dazu kommt das sogenannte „Europa-Picknick“ am 2. Mai: Neben Diskussionen zu den Themen „EU im Alltag“ und Brexit können Interessierte vor allem mit Kandidierenden aus Leipzig ins Gespräch kommen und sich über deren Ideen und Vorstellungen von der EU informieren.

All diese Aktionen sollen laut Jonas Spiegel im besten Fall dazu führen, dass die Wahlbeteiligung auch in Leipzig höher wird als die 42,6 Prozent vor fünf Jahren. Auf die Frage, warum sich immer noch verhältnismäßig wenige Deutsche für die EU-Wahl interessieren, hat er seine eigene Antwort:

Meine Generation ist mit Europa aufgewachsen, wir kennen das gar nicht anders. Man ist es zu sehr gewohnt, dass es die EU gibt. Und es fällt einem gar nicht ein, dass man dafür etwas tun muss.

Jonas Spiegel

Deswegen sei es umso wichtiger, sich über die EU zu informieren und vor Ort über ihre Wichtigkeit aufmerksam zu machen. Mit Blick auf die Wahlbeteiligung im Jahr 2019 sagt Jonas Spiegel daher:

60 Prozent sollten es auf jeden Fall sein. Sonst weine ich.

 Das Interview zum Nachhören:

Interview mit Jonas Spiegel von der Kampagne "Diesmal Wähle Ich"
Interview Jonas Spiegel
 

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