Konzertbericht: Giant Rooks

Etwas ganz Besonderes

Giant Rooks sind in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes „gewachsen“. Längst sind sie nicht mehr nur Vorband, sondern füllen alleine ganze Hallen - wie auch an diesem Tag. Das Konzert am 14.05. im Täubchenthal ist restlos ausverkauft.

Die Sonne scheint noch, als sich die Türen des Täubchenthals öffnen. Die Stimmung ist entspannt, auch während der Support Act Amilli schon auf der Bühne steht. Die Masse lauscht, aber nur mit einem halben Ohr. Dabei legt die grade einmal 18-Jährige eine wirklich gute Show hin. Ihre Stimme ist zwar sanft, doch auf ihre eigene Art fesselnd. Vielleicht bleiben deswegen immer wieder Menschen stehen, schließen die Augen und hören nur ihr zu.

Einige Getränke- und Raucherpausen später, ist es dann aber soweit. Ein grün-rotes Schild leuchtet auf der Bühne auf, die Hitze steigt und fünf Jungs betreten die Bühne. Der Saal ist bis zu den Toiletten hin gefüllt mit Menschen, die ihre Köpfe nun noch weiter strecken, um vielleicht doch noch einen Zentimeter zu wachsen und mehr von der Show zu sehen.

Started from the Bottom

Giant Rooks sind in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes „gewachsen“. Längst sind sie nicht mehr nur Vorband, sondern füllen alleine ganze Hallen - wie auch heute. Das Konzert im Täubchenthal ist restlos ausverkauft.

Ich weiß noch, das letzte Mal als wir hier waren, haben wir da hinten in dem Raum gespielt und so ein bisschen davon geträumt hier auf der „großen“ Bühne stehen zu dürfen. Das war auf unserer ersten Tour. Und jetzt stehen wir selber hier.

Sänger Frederik Rabe während des Konzerts

Die Band macht schon seit 2014 zusammen Musik, heute sind alle um die 20 Jahre alt. Und es geht nur noch weiter bergauf. Vor Kurzem kam ihre EP „Wild Stare“ auf den Markt und eroberte dabei nicht nur die Herzen der eh schon bestehenden Fanbase.

Wo sind die Handys?

Während Giant Rooks ihre ersten Lieder spielen, fällt eines auf: bisher zücken wenig Fans ihre Handys. Es gibt sogar Momente, in denen gar keine leuchtenden Bildschirme im ganzen Saal zu sehen sind. Was ungewöhnlich klingt, lässt sich gut mit der Atmosphäre erklären. Sänger Frederik Rabe fesselt das Publikum mit seiner Bühnenpräsenz und auch der Rest der Band probiert sich immer wieder im Tanzen und Gitarren im Gleichtakt schwingen. Ohne die Präsenz ihrer Musik könnte man das Ganze vielleicht sogar mit einer Schulband vergleichen. Doch nach den ersten Tönen jedes Songs, nachdem die raue Stimme von Frederik Rabe den Saal des Täubchenthals komplett ausfüllt, wird eines klar: Hier handelt es sich um eine Band, die nicht nur viel Potential hat, sondern auch genau weiß, wie sie es ausschöpfen kann. Giant Rooks klingen international. So, als hätten sie bereits auf den großen Bühnen der Welt gespielt – aber auf eine ganz lockere Art und Weise, ohne dabei abzuheben.

Zwischen Morgentau und geheimen Songs

Als die ersten Töne von „Slow“ ertönen, spielt das Licht durch die Menge wie feuchter Morgentau. Man kann die kühle Brise quasi spüren (was auch daran liegen kann, dass die Eingangstür noch immer geöffnet ist). Die zaghaften Klänge des Songs lassen die Zeit fast stillstehen und von warmen Sommerabenden träumen.

Nach dem Hit „Bright Lies“ ist das fast wie ein Ruhemoment, der alle aufatmen lässt. Nicht, weil es zuvor so anstrengend war, sondern um eben diesen Moment besser genießen zu können.

Doch egal welchen Song Giant Rooks an diesem Abend spielen, das Publikum macht mit. Einen Höhepunkt findet das Konzert dann bei „Chapels“, während dem sich der Saal in einen Chor verwandelt. Sänger Frederik gibt Anweisungen und kurze Zeit später singt die Masse kräftig (und sogar zweistimmig) mit.

Und auch, wenn es die fünf Jungs bestimmt nicht mehr hören können: Das Konzert beweist, dass sie ohne Probleme mit jeglichen Indie-Größen mithalten können – selbst, wenn sie nicht auf ein Genre festgenagelt werden wollen.

FAZIT

Das Konzert am 14. Mai im Täubchenthal war nicht nur ein perfekter Sommer-Auftakt, sondern auch gut für die Seele. 10/10 – jederzeit wieder.

Nicht nur die Location, sondern auch die Band haben dafür gesorgt, dass dieser Abend etwas ganz Besonderes war.

 

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Celine Schmock
31.05.2019 - 11:38
  Kultur