Sport

Es geht nicht ums Gewinnen

Am Wochenende kommt die Meisterschaft für Transplantierte und Dialysepatienten das erste Mal nach Leipzig. Es geht um den deutschen Meistertitel, allerdings nicht unbedingt ums Gewinnen, sondern um auf die Thematik aufmerksam zu machen.
Der Tennisboom in Deutschland ist schon lange vorbei.
Tennis ist eine der Sportarten der Deutschen Meisterschaft für Transplantierte und Dialysepatienten.

Rund 120 Sportler werden dieses Wochenende nach Leipzig kommen. Das Besondere dabei: sie alle haben Transplantationen bekommen oder gehen regelmäßig zur Dialyse. In der 38. Offenen deutschen Meisterschaft für Transplantierte und Dialysepatienten werden sie ihre Leistungen in verschiedenen Sportarten messen. Dabei geht es sogar um den deutschen Meistertitel. Doch im Vordergrund steht nicht das Gewinnen:

Freude daran zu haben sich bewegen zu können, das ist wirklich das Maßgebende. Der Erfolg passiert da nebenbei. Und es wird ja bei uns auch der, der zuletzt ins Ziel kommt am meisten beklatscht. Nicht der Erste, sondern der Letzte. Und dann in dieser Freude nach außen hin zu suggerieren 'Also Leute, seht her! Er bringt was und es spendet Leben.

Thomas Bergmann, transplantierter Sportler

Und genau aus diesem Grund werden die Meisterschaften auch veranstaltet. Man wolle zeigen, dass auch Menschen mit Transplantationen und solche, die eine Dialyse benötigen, genau so Sport treiben können wie jeder andere. Das trauen ihnen viele Leute gar nicht zu. Wie leistungsfähig man nach seiner OP sein kann, weiß Thomas Bergmann nur zu gut. Nach seiner Herztransplantation vor acht Jahren hat er mit dem Schwimmen begonnen. 2013 hat er es dann sogar zu den Weltmeisterschaften nach Südafrika geschafft und ein Paar Medaillen mit nach Hause gebracht. 

Sport kann nach der Operation helfen

Durch den Sport erlangen Menschen mit Transplantationen das Vertrauen in ihren Körper zurück. Menschen mit Transplantationen können durchaus die sportlichen Leistungen eines Menschen ohne Transplantationen erreichen:

Die Unterschiede sind beträchtlich. Wir betreuen selber zum Beispiel einen jüngeren Mann, der im Radsport und auch im Schwimmen aktiv ist und zunächst versucht hatte mit Nicht-Transplantierten zu konkurrieren und war zum Teil extrem enttäuscht. Weil er viel trainiert hatte, aber nicht die Leistungsfähigkeit bringen konnte.

Antje Weiman, Oberärztin

Allerdings müssen die Sportler unbedingt darauf achten, sich nicht zu überlasten. Personen mit Transplantationen sind nämlich infektanfälliger, da ihr Immunsystem durch die Behandlungen geschwächt ist. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. 

Das allererste Mal in Leipzig

Der sportliche Wettkampf findet bereits seit 38 Jahren statt und wird dieses Jahr das erste Mal in Leipzig ausgetragen:

Wir als Leipziger Verein haben uns da im vergangenen Jahr beworben für die Austragung, weil wir der Meinung sind und auch viele von den transplantierten Sportlern uns gesagt haben 'Mensch wir würden auch gerne Mal zu euch kommen nach Leipzig.' Und deswegen haben wir uns gesagt wir als Sportstadt Leipzig wollen gerne die deutsche Meisterschaft auch Mal zu uns holen.

Karsten Zeh, stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Der Wettbewerb findet diesen Freitag und Samstag in der Schwimmhalle der Universität Leipzig, der Ernst-Grube- und der Guthsmuths-Halle sowie dem Herzzentrum Leipzig statt. Die Gewinner dürfen dann Ende Juni zur Weltmeisterschaft nach Málaga fahren.

mephisto 97.6-Redakteurin Charlotte Simoneit hat alle Informationen zum Wettbewerb am Wochenende:

Ein Beitrag von Charlotte Siemoneit
 

 

 

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Josefine Farkas, Hendrik Zimny
18.05.2017 - 19:13

Grundlegende Informationen zu den Deutschen Meisterschaften finden Sie hier.