Denkmal für Einheit und Freiheit

Erinnerung neu konzipiert

Seit 2014 liegt das Projekt für ein Einheitsdenkmal für Leipzig auf Eis. Nun wird es wieder aufgenommen – unter anderem auch weil in Berlin das Projekt für eine "Einheitswippe" beschlossen wurde.
Einheitsdenkmal
Der vorherige Entwurf des Einheitsdenkmales sollte ursprünglich auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz stehen

2007 beschloss der Bundestag, dass in Berlin als auch in Leipzig Denkmäler in Erinnerung an die Friedliche Revolution gebaut werden sollen. In Berlin wird dieser Beschluss mit der sogenannten Einheitswippe umgesetzt.

Erster Versuch scheiterte 2014

In Leipzig scheiterte der erste Versuch für ein Denkmal 2014, nachdem sich die Bürger mit dem Gewinner des Architekturprojekts nicht anfreunden konnten und der Stadtrat die die Planung verwarf.
Gewonnen hatte damals ein Konzept welches das Aufstellen von 70.000 bunten Würfeln auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz beinhaltete.

Nach dem Scheitern unter anderem durch mangelnde Bürgerbeteiligung fordert Siegfried Schlägel, der Sprecher für Stadtentwicklung der Linken:

Nach dem Wunsch unserer Fraktion sollten dazu die Bürger befragt werden und dazu eine neue Bürgerbefragung gestartet werden, die eigentlich schon mal 2014 gelaufen ist. [...] Die Ergebnisse der damaligen Umfrage wurden uns leider bis heute nicht übergeben.

Siegfried Schlägel, Sprecher für Stadtentwicklung der Linken

Mangelnde Transparenz im Verfahren 2014 wirft auch Norman Volger, Franktionsvorsitzender der Grünen im Leipziger Stadtrat vor.

Es wurden Vorwürfe erhoben, dass bei dem Wettbewerb Einfluss auf die Platzierungen genommen wurde. Nach den Diskussionen wurde der Vorschlag vom Stadtrat dann aber doch abgelehnt. Damit wurde die Förderung vom Bund nicht verwendet.

Thomas Feist, Bundestagsabgeordneter der CDU bestätigte mephisto 97.6, dass die Gelder in Höhe von fünf Millionen Euro nach wie vor für ein Denkmal in Leipzig bereitstehen.

Standort noch unklar

Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz könnte das Denkmal nicht mehr, wie 2014 geplant, realisiert werden. Für den Platz gibt es mittlerweile eigentlich andere Bebauungspläne. Die CDU hält aber am Wilhelm-Leuschner-Platz fest.

Die Stadt selbst schlug unterdessen aber den Matthäikirchhof vor. Für den Vorschlag wurde Oberbürgermeister Burkhard Jung scharf kritisiert. Frank Tornau, Fraktionsvorsitzender der CDU sagte, sein Aktionismus nach dem Fortschritt in Berlin sei nicht nachvollziehbar. Er habe seit 2014 kein Handschlag in dieser Angelegenheit gemacht. Das Scheitern 2014 habe die Stadtverwaltung allein zu verantworten.

Für die SPD ist der Standort des Denkmals derzeit nicht entscheidend:

Weil wenn man das tatsächlich auch ein stückweit auch vom Ring löst, dann ist der Ort tatsächlich auch der zweitrangige, wenn es um die Freiheit geht, weil das ein Wert ist, der nicht auf einen bestimmten Ort bezogen ist, sondern auf die Gesellschaft.

Christopher Zenker, Fraktionsvorsitzender der SPD im Leipziger Stadtrat

mephisto 97.6 - Reporter Marvin Kalies berichtet, wie sich die Fraktionen im Leipziger Stadtrat zur neuen Diskussion bezüglich des Einheits- und Freiheitsdenkmals positionieren:

Marvin Kalies über den neuen Planungsversuch des Einheits- und Freiheitsdenkmals in Leipzig
1602 Einheitsdenkmal

Stiftung "Friedliche Revolution"  für neuen Versuch

Das Kulturamt äußerte sich gegenüber der LVZ, dass zwar fest stehe, dass die Stadt eine Erinnerung an das Ereignis fördere. Ob es jedoch in Form eines Denkmales geschehe, sei noch nicht klar. Was jedoch sicher sei, ist dass, der Wilhelm-Leuschner-Platz erst einmal nicht in Frage käme.

Moderator Thilo Körting hat mit Gesine Oltmannns, aus dem Vorstand der Stiftung Friedliche Revolution, telefoniert und mit ihr über die Forderung der Stiftung nach einem Denkmal für die Einheit gesprochen:

mephisto 97.6 Moderator Thilo Körting im Telefoninterview mit Gesine Oltmann
 
 

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Marvin Kalies, Sophie Rauch
16.02.2017 - 18:56