Konzertbericht: Beatsteaks im Interview

Erhitzte Köpfe und Gemüter

Am 29. Mai heizten die Beatsteaks dem Conne Island ordentlich ein. Musikredakteurin Sonja Dietschi war dabei und hat mitgeschwitzt.
Die Beatsteaks so entspannt wie nie.

Sie spielten, bis buchstäblich die Wände tropften. An einem brütend heißen Sommertag brachten die Beatsteaks das Conne Island zum kochen – stimmungs- und temperaturmäßig. Auch nach über zwanzig Jahren Bandgeschichte war keine Spur Routine zu spüren, ihre Energie war so positiv, und ansteckend. Sänger Arnim stand keine zwei Minuten auf der Bühne, da fraßen ihm die Zuschauer schon aus der Hand. Er versprühte seinen Charme von Anfang an bis in die hintersten Ecken des Raumes.

Exklusiv und sehr intim

Innerhalb von Minuten war das kleine Clubkonzert ausverkauft. Die sonst Hallen füllende Band spielte als Vorbereitung für die Festivalsaison vorletzte Woche drei kleine Konzerte in Sachsen. Nur über Facebook und ihre Homepage wurde auf die kleinen Konzerte aufmerksam gemacht. So war dann auch nur der harte Kern der Fangemeinde an diesem Abend anwesend. Vom ersten bis zum letzten Song wurde jedes Wort mitgeschrien und in alter Punk-Manier ge-stage-dived.

Die Stage-Crew wiederum hatte alle Hände voll zu tun, den Feuchtigkeitshaushalt der Fans auszugleichen. Nach jedem gespielten Song wurden Wasserflaschen verteilt. Als eine Zuschauerin zu Beginn eines Songs ohnmächtig aus der Menge gefischt werden musste, brachen die Beatstaks sofort ab und spielten erst weiter, nachdem sicher war, dass es ihr gut ging.

Die Beatsteaks sind halt einfach liebe Jungs. Also eigentlich Männer. Ein bisschen alt sogar, fand zumindest Bassist Torsten Scholz im Interview, vor dem Konzert.

Dem Punkrock huldigen

Zu alt für die Bühne sind sie definitiv noch nicht. Fast zwei Stunden wurde in saunahaften Zuständen eine Show abgeliefert, die denen früherer Tage in nichts nachstand.

Die Fans verließen das Conne Island mit verzückten Gesichtern, teils mit Make-Up im Aquarellstil auf den Wangen, und fast alle oben ohne. Literweise Schweiß zierte den Vorplatz des Eingangs – und das scheint mir eine angemessene Würdigung für eine der ältesten und erfolgreichsten Punkrock-Bands Deutschlands.

Hier finden Sie das Interview zum Nachhören:

Torsten Scholz von den Beatsteaks im Gespräch mit Musikredakteurin Sonja Dietschi.
Beatsteaks im Interview
 

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Sonja Dietschi
15.06.2017 - 10:30
  Kultur