Theater

Erfolglose Suche mit Witz

Die Frage nach Illusion und Wirklichkeit, erfolglose Suche, Streit und zerrüttete Familie. All diese Theman sind Teil des Stücks "Sechs Personen suchen einen Autor". Im Schauspiel Leipzig feierte Luigi Pirandellos Stück am 10. Februar 2018 Premiere.
Pressebild Sechs Personen suchen einen Autor
Sechs Personen suchen einen Autor

Sechs literarische Figuren sind auf der Suche nach ewigem Leben. Daher suchen sie einen Autor für ihr ganz eigenes Stück. Diese hatte der ursprüngliche Autor nie veröffentlicht. Jetzt wollen sie, dass der Direktor eines Theaters ihr Stück vollendet und die Schauspielenden das Stück und damit sie selbst zum Leben erwecken. Die sechs literarischen Figuren bilden eine Patchworkfamilie, die kaputter eigentlich nicht sein kann. Der Vater hat sich von seinem Sohn entfremdet und seine Frau rausgeworfen. Diese bekam noch drei weitere Kinder. Jetzt muss ihre Tochter als Prostituierte das Geld für die Familie verdienen. Dabei trifft sie auf den Vater als Freier. Als sie von der Mutter erwischt werden, nimmt die Tragödie ihren Lauf. Das ist die tragische Geschichte, die die Figuren erzählt sehen wollen. Problematisch ist allerdings, dass jede Figur nur die eigene Tragödie sieht und erzählt sehen will. Auch sind sie mit den Schauspielenden, die sie verkörpern sollen, überhaupt nicht einverstanden. Was natürlich auch daran liegen mag, dass die einzelnen literarischen Figuren Puppen sind.

Menschen und Puppen

Der Kontrast zwischen Menschen und Puppen wird immer wieder deutlich. Nicht nur, weil sich Puppen und Menschen erst zum Ende hin einander annähern. Durch den Unterschied zwischen Puppen und Mensch wird aber auch sofort klar, wer wen in der Tragödie hätte spielen sollen. Und der Unterschied zwischen scheinbar fiktiven und realen Personen wird klarer. Das Spiel mit den Puppen ist so gut gemacht, dass es auch für diejenigen, die mit Puppentheater eigentlich nicht so viel anfangen können ein schönes Stück ist. Schade ist nur, dass das ganze Stück über nur vier der sechs suchenden Puppenfiguren wirklich agieren. Die beiden kleinen Kinder kommen erst ganz zum Schluss vor.

Dennoch birgt das Stück für einen unterhaltsamen Abend. Denn die ständigen Streitereien, Missverständnisse und Spielereien sorgen dafür, dass aus der angesetzten Tragödie immer mehr eine Komödie wird. Ebenfalls zur Unterhaltung des Publikums tragen liebevolle Details sowie ein beständiger leiser ironischer Unterton bei. Denn das Stück ist auch ein Stück über das Theater selbst. Und so werden dessen Eigenheiten immer wieder kommentiert.

"Sechs Personen suchen einen Autor" endet zwar, wie viele Komödien mit einem großen Knall, das Theater verlässt man aber dennoch mit einem Lächeln. Hören Sie hier die Rezension nach:

Rezension zu "Sechs Personen suchen einen Autor"

An- und Abmoderiert von Peggy
 

Rezension zu "Sechs Personen suchen einen Autor"
 

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Svenja Tschirner
14.02.2018 - 11:46
  Kultur

Gespielt wird das Stück noch drei Mal. Am 17.02. um 19:30 Uhr, am 02.03. ebenfalls um 19:30 Uhr und am 15.03. Dann schon um 19:00 Uhr.