Bundestagswahl 2017

Eine Stunde mit Martin

Mit dem Slogan „Zeit für Martin“ hält der Schulz-Zug auch in Leipzig. Wunschziel dieses Zuges: das Kanzleramt. In der Station Kunstkraftwerk definierte der Kandidat am Samstag sein Wahlkampfthema: soziale Gerechtigkeit.
Martin Schulz in Leipzig
Martin Schulz im Kunstkraftwerk

Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat gestern in Leipzig genauer definiert, was er sich unter seinem Wahlkampfthema „soziale Gerechtigkeit“ vorstellt. Bei der Veranstaltung im Kunstkraftwerk sagte er, gleiche Arbeit müsse auch gleich bezahlt werden. Arbeitslosengeld und Rente müssen angepasst und so die Gesellschaft zusammengeführt werden. Dies sei die Kernkompetenz der SPD, so Martin Schulz.

Die Atmosphäre

Der Saal war voll, die Stimmung gut. Martin Schulz erntete während seiner Rede viel Applaus. Der Slogan „Zeit für Martin“ stand auf Buttons, welche die SPD im Raum verteilte. Viele der Besucher hefteten sich diese tatsächlich an die Brust.

Schulz in Leipzig
Jens Katzek (v.l.), Martin Schulz, Daniela Kolbe, Karamba Diaby

Schulz griff in seiner Rede die Unions-Parteien an. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wolle Überschüsse im Bundeshaushalt für Steuersenkungen nutzen – das sei falsch. Davon profitierten die Reichen mal wieder am meisten, so Martin Schulz. Nach Meinung des Kanzlerkandidaten solle das Geld in Pflege und Bildung investiert werden. Deutliche Worte zum Umgang mit den Medien richtete Martin Schulz über den Atlantik und nach Dresden. Wer das kritische Hinterfragen der eigenen Meinung durch die Medien als Lügenpresse bezeichne, lege die Axt an die Wurzeln der Demokratie.

Das Wahlprogramm

Vage blieb Schulz in der Frage, wie er seine Ziele genau umsetzen möchte. Allerdings steht das Wahlprogramm auch noch nicht fest. Laut der SPD-Pressestelle wird es auf einem Parteitag im Mai oder Juni verabschiedet. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.

Alle weiteren Eindrücke zum Nachhören von mephisto 97.6 Redakteur Lennart Banholzer finden Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteur Lennart Banholzer im Gespräch mit Moderator Nico van Capelle
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Was sagen die anderen?

Mitglieder verschiedener Parteien bewerten Schulz' Kandidatur ganz unterschiedlich. Der Pressesprecher der CDU, Michael Weickert, sieht in Schulz eine Bedrohung für die CDU. Seine Fähigkeit, Menschen für sich zu begeistern, sei etwas, dass der CDU bisher fehle, bemerkt er selbstkritisch. Eine ganz andere Position zu dem Kanzlerkandidaten der SPD vertritt der Pressesprecher der Grünenfraktion, Mathias Jobke. Er begrüßt die Aussagen über soziale Gerechtigkeit und eine Reform der Agenda 2010. Erst einmal will er aber das Wahlprogramm abwarten. Auch Adam Bednarsky von der Linkenfraktion ist skeptisch. Als Präsident des EU-Parlaments hatte Schulz die Sparmaßnahmen für Griechenland unterstützt. Diese neoliberale Politik widerspreche Schulz linker Wahlkampfrhetorik. Der Kreisvorsitzende der AfD, Siegbert Droese, hat kein gutes Wort für Schulz übrig. Er sei eine Mogelpackung, erklärt Droese. Schließlich sei die SPD seit Jahren Regierungspartei und damit mitverantwortlich für die Dinge, die Schulz nun kritisiere.

Mehr Informationen finden Sie in dem Parteienspiegel von mephisto 97.6 Redakteurin Rebecca Kelber:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Rebecca Kelber
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