Gegenveranstaltung zum Katholikentag

"Eine Stimme für die Konfessionsfreien!"

Der umstrittene Katholikentag ist eröffnet - und bleibt nicht ohne laute Gegenstimmen. Eine davon ist die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung, die mit ihrer Veranstaltungsreihe „Säkulare Tage“ zum kontroversen Diskurs anregen will.
Zur Eröffnung des Katholikentages in Leipzig sprach unter anderen Bundespräsident Gauck auf dem Markt der Messestadt.
Die Katholikentage fanden 2016 in Leipzig statt.

Kritik an der Kirche und ihrer Verbindung zum Staat üben ist ein elementarer Bestandteil des Programms der „Säkularen Tage“, eine von der Giordano-Bruno-Stiftung organisierte Vortragsreihe als Gegenveranstaltung zum Katholikentag. Der Organisator Maximilian Steinhaus war gestern bei mephisto 97.6 zu Gast. 

Von Donnerstag bis Samstag gibt es in der naTo, einem Kulturzentrum in der Südvorstadt, insgesamt acht Vorträge über die verschiedensten Themen zu hören – allen gemeinsam die Kritik an Kirche und Religion.

Kritik an der Finanzierung des Katholikentages

Wichtigster Ansatzpunkt für die Kritik der Stiftung ist die Finanzierung des Katholikentages: Gut eine Millionen Euro hat die Stadt Leipzig zur Verfügung gestellt und auch Bund und das Land Sachsen subventionieren die Veranstaltung. Und das, obwohl nur ein geringer Teil der Leipziger Bevölkerung überhaupt einer Konfession angehört. 

Dialog ist schön und gut; das erklärt aber noch lange nicht, warum die vielen Konfessionsfreien das Ganze auch mitbezahlen müssen. Mit dem selben Argument könnte man auch verlangen, dass Vegetarier die Messe der Fleischindustrie bezahlen müssten.

Maximilian Steinhaus, Organisator der "Säkularen Tage"

Die ganze Veranstaltung sei ein „Fest für die eigene Community“, die Besucher fast ausschließlich Christen. Für den Großteil der Gesellschaft besäße sie also keinen Mehrwert - und trotzdem wird sie vom Steuergeld aller finanziert. Maximilian Steinhaus betont, es sei nicht die Sache des Staates, sich um Religion zu kümmern. Vielmehr solle dieser in seiner Weltanschauung neutral bleiben.

Die "Säkularen Tage" als Alternative zum Katholikentag

Eine Alternative zum Katholikentag findet man im Programm der „Säkularen Tage“. Die Hauptzielgruppe sind hier Menschen ohne Konfession. 

Wir wollen den Konfessionsfreien eine Stimme geben, denjenigen, die nicht zufrieden sind mit der engen Verzahnung von Staat und Kirche. 

Maximilian Steinhaus

Das Angebot beinhaltet Vorträge, Kunstaktionen und Infostände. Auch die Wahl der Vortragenden ist vielseitig gestaltet: vom Richter über den Philosophen bis hin zum Kabarettisten. Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen, Programm und Tickets finden Sie auf der Internetseite der Stiftung.

Wie die Stiftung mit der "Legende vom christlichen Abendland" aufräumen will und wieso sie die Kirche als "größerern Wirtschaftsplayer als die deutsche Automobilindustrie" bezeichnet, verrät Maximilian Steinhaus mephisto 97.6 Moderator Alexander Moritz: 

Maximilian Steinhaus im Interview zur Gegenveranstaltung der Giordano-Bruno-Stiftung zum Katholikentag
 
 

Kommentare

Gott ist gütig, Gott ist klasse,
aber leider knapp bei Kasse.
Doch die Kirchen haben Geld,
und das weiß die ganze Welt.
Deshalb, lieber Vater Staat,
gib kein Geld dem Sündikat.

@Wolfgang Klosterhalfen Gott gibt es nicht - ist nur eine Fiktion. Damit kann man aber viel Geld verdienen,
deshalb bekommt das "dumme Volk" Märchen erzählt (die es glauben will, früher glauben mußte - unter Zwang-). So was heißt dann Nächsentliebe !! Ha

@bütoli Och, jetzt bin ich aber enttäuscht.

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